Tram-Pläne in der Länggasse sind aufgeschoben

Die Direktion der Stadtberner Gemeinderätin Ursula Wyss (SP) will zuerst die Länggassstrasse sanieren. Sie hat dafür mit Interessengruppen einen Kompromiss ausgearbeitet.

In der Länggasse wird vorerst kein Tram fahren.

In der Länggasse wird vorerst kein Tram fahren. Bild: Keystone

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Die Stadt Bern nimmt heute in der hinteren Länggasse diverse Poller in Betrieb. Die Massnahmen sind Teil der 2002 vom Volk beschlossenen Verkehrsberuhigungsmassnahmen. Für den letzten Teil dieser Massnahmen, die Sanierung der Länggassstrasse, müsste gemäss einem Gerichtsurteil ein neues Bauprojekt vorgelegt werden. Dieses wird seit längerem erwartet. Laut Projektleiter Reto Zurbuchen wird die Baupublikation nun «im Lauf des kommenden Jahres» fertiggestellt, wie es in einer schriftlichen Stellungnahme heisst. Grund für die Verzögerungen sind die Workshops mit Vertretern aus dem Quartier und Interessenverbänden, die erst im August abgeschlossen werden konnten.

Die Pläne für ein Tram Wyler–Länggasse, die Gemeinderätin Wyss nach dem Scheitern von Tram Region Bern ins Spiel gebracht hatte, haben dabei aber offenbar keine Rolle gespielt. Denn die Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün hat sich dafür entschieden, die Sanierung der Länggassstrasse zu priorisieren. Bei der Projektierung der Strassensanierung sei darauf geachtet worden, «die Werkleitungen so zu legen, dass zukünftige Tramachsen nicht verhindert werden», hält Zurbuchen fest.

Für das Tram wird es eng

Über den Kompromiss bei der Sanierung der Länggassstrasse ist offiziell nichts bekannt. Das einstige Bauprojekt wurde von den Gerichten zurückgepfiffen, weil der Strassenraum für Alleebäume, Parkplätze und einen Mittelstreifen zu schmal sei. Dem Vernehmen nach sieht das neue Projekt nun zusätzlich noch einen Velostreifen vor. Zudem sollen die Parkplätze als Parkbuchten ausgestaltet werden. «Für uns ist diese Lösung nur dann befriedigend, wenn ein Parkieren via Trottoir verhindert wird», sagt Jürg Weder, Co-Präsident des Länggassleists.

Die Parkbuchten seien aber so ausgestaltet, dass es Autolenkern nach wie vor möglich sei, über das Trottoir in eine Bucht zu fahren. «Wir möchten Verhältnisse wie auf der Mittelstrasse mit parkierten Autos auf dem Trottoir verhindern», sagt Weder. Das Anliegen von Pro Velo wiederum war es, genügend Abstand zwischen parkierten Autos und Velofahrenden zu schaffen. Dies ist mit dem Velostreifen offenbar gelungen. «Ich kann mit dem Kompromiss leben», sagt David Stampfli von Pro Velo Bern. Die Tram-Pläne beunruhigen ihn noch kaum. «Wenn das je kommt, muss man die Aufteilung des Strassenraums neu diskutieren.» (Der Bund)

Erstellt: 15.10.2015, 08:50 Uhr

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