Tonnenweise Kakaobutter floss in Bern-Brünnen in die Kanalisation

Ein Missgeschick in der Mondelez-Schokoladenfabrik führt zu Reinigungsarbeiten – auch im Wohlensee.

Um Schokolade zu fabrizieren, braucht es massenhaft Kakaobutter. Und die landete nach einem Missgeschick teilweise im Wohlensee.

Um Schokolade zu fabrizieren, braucht es massenhaft Kakaobutter. Und die landete nach einem Missgeschick teilweise im Wohlensee.

(Bild: Keystone Symbolbild)

Simon Wälti

Für die Fabrikation der Toblerone in Bern-Brünnen durch den Konzern Mondelez braucht es massenhaft Kakaobutter. Der Grundstoff für die Schokolade wird warm und flüssig in Tankwagen angeliefert. Dabei ist es am 17. Februar zu einem Missgeschick gekommen: Beim Umpumpen vom Lastwagen in die Tanks der Fabrik ergoss sich die dickflüssige Masse aufs Firmengelände. Jacques Ganguin vom kantonalen Amt für Wasser und Abfall bestätigt den Vorfall. «Wir schätzen, dass rund acht Tonnen Kakaobutter in die Kanalisation geflossen sind.» Das Fett verteilte sich in den Schächten und Röhren in und um Bern-Brünnen und wurde fest. «Wenn sich die Kakaobutter abkühlt, wird sie pastenartig und erhält die Festigkeit von Kaugummi.» Da es sich um ein Lebensmittel handelt, das im Wasser kaum löslich ist, ist der Stoff für die Umwelt und die Natur laut Ganguin unbedenklich. Zudem sei nur ein kleinerer Teil des Fetts bis in den Wohlensee gelangt. Daher habe man die Öffentlichkeit nicht informiert.

Der Unfall löste aber eine aufwendige, mehrtägige Reinigungsaktion durch Spezialfirmen aus. Auch die Berufsfeuerwehr wurde aufgeboten. Die Spezialfirmen setzten Sauglastwagen ein, um die klebrige Masse aus den Schächten zu entfernen. Zum Teil mussten die Arbeiter auch in die Rohre steigen und die Masse mühselig von Hand entfernen, wie Ganguin sagt. Ein Teil blieb zudem in den Gittern hängen und konnte von dort entfernt werden.

Da aber nicht alle Abflussschächte in der Kanalisation enden, schaffte es ein Teil des Fetts über die Rohre für das Sauberwasser bis in den Wohlensee. Die Feuerwehr stellte beim Tennisplatz in Hinterkappelen in der Gemeinde Wohlen ihre Ölwehren auf. «So konnten die bis zu 30 Zentimeter langen Stücke, die in den Wohlensee gespült wurden, aufgefangen werden», erklärt Ganguin. Er schätzt, dass weniger als zehn Prozent der Masse bis in den See gelangt sind.

Einsatz wird in Rechnung gestellt

Die meisten Stücke konnten in den Sperren aufgefangen werden. Die Berufsfeuerwehr der Stadt Bern suchte laut dem Informationsbeauftragten Franz Märki den Wohlensee nach den Kakaobutterstücken ab und fischte diese mit Netzen aus dem Wasser. Involviert in den Einsatz war auch die Seepolizei. «Einige der Stücke waren bis zu zwanzig Kilogramm schwer.» Die Brocken wurden in einer Mulde entsorgt. Märki schätzt, dass es sich insgesamt um mehrere Hundert Kilogramm gehandelt hat. Der Einsatz wird in Rechnung gestellt.

Gemäss einer Stellungnahme der Firma Mondelez sei der «primäre Grund» für den Vorfall eine Schlauchklemme gewesen, die sich während des Entladevorgangs gelöst habe. Man habe eng mit den Behörden des Kantons Berns kooperiert und alle Massnahmen zur Behebung des Problems umgesetzt.

DerBund.ch/Newsnet

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