Theiler will Business-Apartments aus Wohnzone verbannen

Auch für die Hauseigentümer gehören «hotelähnliche Nutzungen» nicht in die Wohnzone. Die bestehenden Gesetze reichten zur Lösung des Problems aber aus.

Luzius Theiler verlangt mit einer Motion «überteuerte Kurzzeitapartments» aus Wohn- und Dienstleistungszonen in die Gewerbezone verbannen zu können.

Luzius Theiler verlangt mit einer Motion «überteuerte Kurzzeitapartments» aus Wohn- und Dienstleistungszonen in die Gewerbezone verbannen zu können. Bild: Manu Friederich

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Der Verkauf der einstigen Alkoholverwaltung in der Berner Länggasse an die Glandon Apartments wird im Berner Stadtrat zum Thema: Der linksgrüne Luzius Theiler verlangt vom Gemeinderat mit einer dringlichen Motion einen «Grundsatzentscheid», um «überteuerte Kurzzeitapartments» aus Wohn- und Dienstleistungszonen in die Gewerbezone verbannen zu können.

Damit möchte Theiler erreichen, dass die einstige Alkoholverwaltung für die Firma Glandon Apartments unattraktiv wird und diese den Kauf wieder rückgängig macht. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine solche Firma über 35 Millionen Franken in den Kauf einer Büroliegenschaft investiert, wenn sie die Gebäude nicht in Business-Apartments umbauen darf», sagt Theiler.

Die Eidgenossenschaft hatte die Liegenschaft dieses Frühjahr an den Meistbietenden verkauft. Vor zehn Tagen machte der «Bund» publik, dass es sich beim Käufer um die Glandon Apartements aus dem luzernischen Meggen handelt. Sie bietet in Bern unter anderem auch an der Rathausgasse und über dem Restaurant Kirchenfeld Apartments an. Eine Dreizimmerwohnung wird dort zu einem monatlichen Mietzins von 4500 Franken angeboten – Putzservice inklusive.

Auf Protest stiess bei diesem «Deal» vor allem das Verhalten des Bundes. So verlangt die grüne Berner Nationalrätin Regula Rytz in einem Vorstoss eine Praxisänderung bei den Verkäufen von Bundesliegenschaften, um Verkäufe an den Meistbietenden zu verhindern.

Der Gemeinderat hat sich bis anhin zurückhaltend geäussert. Er möchte zuerst eine Bestandesaufnahme des Problems der Kurzzeitapartments angehen, bevor über allfällige Anpassungen des Baurechts diskutiert werden kann.

«Bern ist zu klein»

Für den Hauseigentümerverband sind rechtliche Massnahmen jedoch unnötig. Er wisse zwar nicht, in welcher Zone die Alkoholverwaltung sei, sagt Präsident und FDP-Grossrat Adrian Haas. Hotelähnliche Nutzungen hätten in Wohnzonen aber ohnehin nichts zu suchen. «Die Lösung solcher Probleme ist Aufgabe der Baupolizei.» Dafür reichten die bestehenden Gesetze aus.

Fraglich sei aber, ob Business-Apartments eine hotelähnliche Nutzung darstellten. Denn Mieter wechselten heute immer häufiger die Wohnung. Letztlich sei es eine Ermessensfrage, bis zu welcher Mietdauer von einer hotelähnlichen Nutzung die Rede sein könne. In Bern sei das Problem aber ohnehin nicht so akut. «Bern ist zu klein, als dass man mit einem Boom bei Business-Apartments rechnen müsste», sagt Haas. (Der Bund)

Erstellt: 18.08.2017, 06:55 Uhr

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