Teuscher und Universität kritisieren Cannabis-Veto

Die Berner Gemeinderätin Franziska Teuscher kritisiert den BAG-Entscheid gegen Cannabis-Versuche als «falsch». Die Uni-Verantwortlichen sprechen von einem «klaren Dämpfer».

«Falscher Entscheid» des zuständigen Bundesamts: Berner Gemeinderätin Franziska Teuscher.

«Falscher Entscheid» des zuständigen Bundesamts: Berner Gemeinderätin Franziska Teuscher.

(Bild: Adrian Moser)

Der Gemeinderat sei «erstaunt und enttäuscht», dass der Bund die wissenschaftliche Cannabis-Studie nicht bewilligt habe, sagte Franziska Teuscher gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Die grüne Sozialdirektorin der Stadt Bern sprach von einem «falschen Entscheid».

Die Stadt Bern habe mit zwei Gutachten aufgezeigt, dass eine Bewilligung im Rahmen des Gesetzes möglich wäre, betonte Teuscher. Das Gesuch sei wissenschaftlich von einem renommierten Institut abgesichert, von der kantonalen Ethikkommission geprüft und politisch breit abgestützt. Auch aus zahlreichen Städten kam Support. «Ich fand, ein besseres Gesuch kann man gar nicht einreichen».

Aus heutiger Sicht sei sie dafür, «dass wir alle politischen und juristischen Mittel ausschöpfen», führte Teuscher aus. Nun werde die Stadt mit der Universität schauen, ob man gegen den ablehnenden Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben wolle. Das weitere Vorgehen will die Stadt Bern auch mit den anderen an der Studie interessierten Städte, Zürich, Luzern, Biel sowie der Gemeinde Ostermundigen diskutieren.

Universität Bern bedauert

Auch die Universität Bern bedauert, dass sie vom Bund für den geplanten wissenschaftlichen Versuch keine Ausnahmebewilligung erhalten hat. Das klinische Studienzentrum der Universität Bern und das Institut für Sozial- und Präventivmedizin wollen nun die Begründung des Bundesamts für Gesundheit eingehend analysieren, wie sie in einer Mitteilung vom Dienstag schreiben.

Für den Co-Direktor des klinischen Studienzentrums, Sven Trelle, ist der Entscheid ein «klarer Dämpfer», wie er der Nachrichtenagentur sda auf Anfrage sagte. Die vom Bundesamt für Gesundheit ins Spiel gebrachte Gesetzesanpassung mit einem «Experimentierartikel» müsste auf politischem Weg realisiert werden. Ob die Universität gegen den BAG-Entscheid Beschwerde erhebt, ist laut Trelle noch offen. Dies und anderes «werden wir in den nächsten Tagen nun anschauen».

SDA

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