Tausende wollen durch die Innenstadt tanzen

Auf Facebook haben sich bereits über 9000 Menschen für die Tanzdemonstration «Tanz dich Frei 2.0» angemeldet. Die Polizei stellt dies vor Herausforderungen.

Bereits vor drei Wochen tanzten rund 3000 Menschen des Nachts durch Bern.

Bereits vor drei Wochen tanzten rund 3000 Menschen des Nachts durch Bern.

(Bild: Benedikt Sartorius)

Ein Blick auf Facebook am Samstagvormittag zeigt eine beeindruckende Zahl Angemeldeter für das Strassenfest «Tanz dich Frei 2.0»: 9930 Menschen wollen sich am Samstagabend vor der Reitschule versammeln, um tanzend durch die Innenstadt zu ziehen.

Wie Michael Fichter, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern am Freitagabend auf Anfrage bestätigt, liegt für die Tanzdemo keine Bewilligung vor. Man habe den Aufruf der Veranstalter zur Kenntnis genommen, dass die Tanzaktion «laut, aber friedlich» über die Bühne gehen soll. Eine unbewilligte Kundgebung mit mehreren Tausend Teilnehmern stelle allerdings eine Herausforderung dar.

«Man weiss nicht so genau, was zu erwarten ist», sagt Fichter gegenüber DerBund.ch/Newsnet. «Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass die Teilnehmenden nicht die Konfrontation suchen, sondern sich friedlich verhalten.» Bei einer Demonstration dieser Grössenordnung sei es aber schwierig einzuschätzen, wie sie sich zusammensetzen werde. Zudem hat die Polizei laut Fichter keine eigentliche Absprache mit den Veranstaltern gehabt, diese hätten einzig ein E-Mail mit der vorgesehenen Route verschickt.

Laut Fichter sieht die Route vor, von der Schützenmatte via Bollwerk zum Bahnhofplatz zu ziehen. Danach soll es durch die Spital- und Marktgasse zum Zytglogge gehen, und via Amtshaus- und Schauplatzgasse zurück zum Bahnhof. Über die Grösse des Polizeieinsatzes wollte Fichter am Freitag keine Auskunft geben. Im Vordergrund stünden reguläre, uniformierte Kräfte, zudem werde der Verkehrsdienst im Einsatz sein, da mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen sei.

«Stadtentwicklung anprangern»

Wie die Organisatoren von «Tanz dich Frei 2.0» am Freitag gegenüber DerBund.ch/Newsnet per E-Mail erklären, ist bewusst kein Bewilligungsgesuch vorgelegt worden: «Für uns ist es ein Widerspruch eine behördliche Erlaubnis einzuholen um gegen deren Politik demonstrieren zu dürfen», schreiben sie. Das Ziel der Tanzdemonstration sei, die gängige Stadtentwicklung anzuprangern, da Bern sich zu sehr betriebswirtschaftlichen Kriterien unterwerfe. Wie sie ausserdem auf Facebook schreiben, solle das Strassenfest «eine politische Botschaft an die herrschenden, kapitalistischen Verhältnisse sein.»

Wie Kommentaren auf Facebook aber zu entnehmen ist, teilen nicht unbedingt alle Angemeldeten diese Botschaft. Für viele scheint eher die Forderung nach einem lebendigeren Berner Nachtleben im Vordergrund zu stehen, wozu die Organisatoren aber gegenüber derbund.ch/Newsnet nicht Stellung nehmen wollten. Bereits vor drei Wochen tanzten rund 3000 Menschen des Nachts durch Bern, in erster Linie um gegen die umstrittenen Verfügungen gegenüber der Reitschule zu protestieren.

gbl

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