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Tanz in. Bern von Vorwürfen überschattet

Ex-Mitarbeiter äussert Kritik am Leiter der Dampfzentrale. Weinand weist Vorwürfe von sich.

Die Leitung der Dampfzentrale steht in der Kritik.
Die Leitung der Dampfzentrale steht in der Kritik.
Adrian Moser

Heute beginnt in der Dampfzentrale Bern der Höhepunkt des Jahres. Das Festival Tanz in. Bern lockt mit «internationalen Choreografien von heute, Tanz­ikonen und aufstrebenden Künstlerinnen und Künstlern».

Doch das Tanzfest wird von Vorwürfen überschattet. In der «Berner Zeitung» von gestern werden Vorwürfe gegen den Leiter der Dampfzentrale, Georg Weinand, erhoben.

Kritik am Führungsstil

Seit dem Amtsantritt von Weinand 2012 haben demnach insgesamt acht Mit­arbeitende gekündigt, fünf von ihnen seit diesem Sommer. Einem Mitarbeiter kündigte Weinand das Arbeitsverhältnis selbst. Dieser Mitarbeiter äussert in der «Berner Zeitung» deutliche Kritik: Weinand habe mehrfach Protokolle von Sitzungen beschönigt. Damit habe er interne Kritik unterschlagen. Dies ist insofern von Belang, als der Vorstand alle Protokolle zur Kenntnis nimmt. Auch kritische Töne aus Jahresmitarbeiter­gesprächen sind laut dem Mitarbeiter entfernt worden. Gegenüber dem «Bund» wollte sich dieser nicht äussern.

Hinter vorgehaltener Hand wird aber der Führungsstil von Weinand durchaus kritisiert. «Seine Art zu kommunizieren ist zuweilen aggressiv und launisch», heisst es etwa. Weinand kanzle Mitarbeitende ab, fordere extrem viel, beschneide aber zugleich ihre Kom­pe­ten­zen. Die Mitarbeitenden wagten es kaum, ihm gegenüber direkte Kritik zu äussern.

«Haltlos und unwahr»

Für den Leiter der Dampfzentrale sind die Vorwürfe «haltlos und entsprechen nicht der Wahrheit». Es sei korrekt, dass seit der Amtsübernahme bis Ende Jahr insgesamt acht Personen das Haus verlassen haben werden. «Es sind aber bei vielen persönliche oder familiäre Gründe, die nichts mit mir zu tun haben», sagt Weinand. «Eine Mitarbeiterin etwa war Studentin und wurde Mutter.» Weinand ist sich aber bewusst, dass mit der Professionalisierung des Betriebes viele Änderungen einhergehen. «Es gibt keinen Wechsel ohne Wechsel», sagt er. Lediglich einem Mitarbeiter hat Weinand selbst gekündigt, «weil keine Vertrauensbasis mehr da war – als Leiter habe ich da auch eine Verantwortung für den gesamten Betrieb».

Von den Mitarbeitenden wollen sich die meisten nicht zur aktuellen Situation äussern. Einzig der Administrator, Johannes Leppin, nimmt Stellung – und seinen Vorgesetzten in Schutz: «Durch die Professionalisierungen wurden die Aufgabenbereiche der Mitarbeitenden neu definiert, was auch bitter nötig gewesen ist.» Das habe Diskussionen ausgelöst, was aber eine normale Reaktion auf Ungewohntes sei. Dabei könne es vorkommen, dass man sich einmal im Ton vergreife.

Vorstand berät über Situation

Die Präsidentin des Dampfzentrale-Vorstands, SP-Grossrätin Nicola von Greyerz, steht in engem Kontakt mit Weinand. Sie verfolge die Situation mit der nötigen Aufmerksamkeit, sagt sie auf Anfrage. Sie ist «nicht glücklich mit der ­Situation, dass in so kurzer Zeit fünf Kündigungen eingegangen sind». Es könne einen Betrieb natür­lich schwächen, da Know-how verloren gehe. Sie sieht die personellen Ver­änderungen aber auch als Chance: «Bei den laufenden Bewerbungsverfahren ­erhalten wir sehr qualifizierte Bewerbungen.» Das zeige, dass die Dampfzentrale als Arbeit­geber sehr attraktiv sei.

Obwohl die Stadt Bern eine der wichtigsten Geldgeberinnen der Dampfzentrale ist, könne und wolle sie sich nicht in interne Angelegenheiten einmischen, sagt die zuständige Leiterin der Abteilung Kulturelles, Veronica Schaller. Sie fühle sich ausreichend informiert und halte deshalb weitere Gespräche mit den Betreibern für nicht nötig. Ein Mitarbeiter der Abteilung Kulturelles der Stadt ist Mitglied des Dampfzentrale-Vorstandes. Der Informationsfluss sei auch deshalb gut, sagt Schaller.

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