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Tanz dich ins Tränengas

Nach der «Tanz dich frei»-Parade in Bern kam es zu heftigen Ausschreitungen. Vermummte zerstörten Schaufenster und Billettautomaten. Bis am frühen Morgen setzte die Polizei Tränengas ein.

Das eingangs friedliche «Tanz dich frei» eskaliert, als Vermummte die Absperrungen am Bundeshaus angreifen.
Das eingangs friedliche «Tanz dich frei» eskaliert, als Vermummte die Absperrungen am Bundeshaus angreifen.
Adrian Moser
DIe Polizei reagiert mit Wasserwerfer...
DIe Polizei reagiert mit Wasserwerfer...
Adrian Moser
Eingangs herrschte bei «Tanz dich frei» aber trotz Regenguss und Kälte friedliche Stimmung.
Eingangs herrschte bei «Tanz dich frei» aber trotz Regenguss und Kälte friedliche Stimmung.
Adrian Moser
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Bern hat eine unruhige Nacht hinter sich (Die Ereignisse im Liveticker von «Der Bund»). Bis weit in die frühen Morgenstunden hinein lieferten sich Randalierer und die Polizei nach der Kundgebung «Tanz dich frei» in der Innenstadt Strassenschlachten. Immer wieder schoss die Polizei Tränengasgranaten ab.

Noch um 3.30 Uhr morgens standen sich am Berner Bubenbergplatz unweit des Bahnhofs und beim Bahnhof Polizisten und Randalierer gegenüber. Auch der Wasserwerfer der Polizei stand im Einsatz. Am Sonntagvormittag nahmen sowohl Polizei wie auch Organisatoren Stellung zu den Ereignissen.

Schlacht ums Bundeshaus

Die Auseinandersetzungen hatten sich laut einem Augenzeugen entzündet, als Vermummte zirka um Mitternacht eine Absperrung über den Zaun warfen, der das Bundeshaus sowie einen Stützpunkt der Baulichtorganisationen schützte. Zuvor hatten sich die Vermummten laut einem anderen Augenzeugen vom Tanz-Umzug entfernt.

Sogleich griff die Polizei mit einem Wasserwerfer, Gummischrot und Tränengas ein. Nach diesem ersten Polizeieinsatz lieferten sich Randalierer und die Polizei etwa während einer Stunde in der Umgebung des Bundeshauses eine Schlacht. Wenn die Randalierer mit Baulatten oder Abschrankungen in Richtung Bundeshaus vordrängten, reagierte die Polizei mit Tränengas.

Später verschob sich die Strassenschlacht auf den Bahnhofplatz, wo die Randalierer teils massiv auf Abfalleimer und Billettautomaten einschlugen und einen Teil davon zerstörten. Es wurden auch Scheiben des Loeb-Warenhauses beschädigt. Die Polizei setzte wieder Tränengas, Gummischrot und den Wasserwerfer ein.

Schätzungsweise 7000 Teilnehmer

Schätzungsweise 70 gewaltbereite Randalierer lieferten sich die Strassenschlacht mit der Polizei. Der grosse Rest der Kundgebungsteilnehmer lief hinter gut einem Dutzend Wagen mit Lautsprechern und Scheinwerfern her und feierte fröhlich eine Party. Auch als frühmorgens um 3.30 Uhr die Strassenschlacht noch im Gang war, tanzten viele meist junge Leute noch auf der Strasse.

Aufgerufen zur Kundgebung hatte auf der Internetplattform Facebook ein anonymes Kollektiv. Ihm geht es um Freiräume und um Anlässe, die ohne Kommerz auskommen. Das Kollektiv bedauerte auf einer in der Nacht aufgeschalteten Mitteilung auf derselben Internetseite die Ereignisse der Kundgebung. Die Polizei habe den Schutz des Bundeshauses über den Schutz der Menschen gestellt.

7000 Personen nahmen nach einer Schätzung der Berner Kantonspolizei an der «Tanz dich frei«-Kundgebung teil. Erstmals ging in Bern diese Mischung von Demonstration und Street Parade im Jahr 2011 über die Bühne. Damals kamen etwa 400 Menschen. 2012 waren es bei «Tanz dich frei 2.0» bei schönem Frühsommerwetter mindestens 10'000.

Mit Spannung erwartet worden

«Tanz dich frei – drei» war in der Stadt Bern mit Spannung erwartet worden. Die Stadtbehörden und die Polizei hatten nämlich wiederholt vor der Teilnahme an der Kundgebung gewarnt. Wenn wieder so viele Menschen teilnähmen wie 2012, bilde schon die schiere Masse eine Gefahr, hiess es.

Aus diesem Grund erklärten sie auch schon früh, sie würden die Kundgebung, für die nie ein Gesuch einging, tolerieren. Zu gross war die Sorge, dass ein Verbot zu einer Eskalation führen könnte.

SDA/kpn, bru

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