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Tage des Kleefelds sind wohl gezählt

Die Schulanlage Kleefeld in Bümpliz muss bald saniert werden. Nun schlägt eine Studie der Stadtbauten Bern einen Neubau vor. Das wäre ökologischer und auf lange Sicht sogar günstiger.

Es passte zum eisigen Winterabend. Das Schulhaus Kleefeld sei «kalt», sagte Irene Hänsenberger, Leiterin des städtischen Schulamts gestern an einer Sitzung der Quartierkommission Bümpliz-Bethlehem (QBB). Das Problem dabei: Gegen das frostige Klima im Schulhaus kommt keine Heizung an. Es ist eine emotionale Kälte, die der Gebäudekomplex ausstrahlt. «Die Lehrer müssen in den Innenräumen sehr viel kompensieren, um eine Wohnlichkeit und ein lernförderliches Klima für die Schüler zu schaffen», erzählte Hänsenberger. Das gelinge etwa, indem die Klassenräume mit Tüchern und Vorhängen ausgekleidet werden – eine aufwendige Sache. Auch deshalb sagte es Hänsenberger ganz offen: «Wir haben kein grosses Interesse daran, den Bau zu erhalten.» Sie war mit ihrer Einschätzung nicht allein.

Schadstoffe in Bausubstanz

Gut 40 Jahre alt ist die Schulanlage Kleefeld. So richtig warm geworden sind weder die Bümplizer noch der Denkmalschutz damit. Und da die Gebäude immer mehr funktionale Mängel aufweisen, einen hohen Energieverbrauch an den Tag legen und teilweise mit Schadstoffen belastet sind, haben die Stadtbauten Bern (Stabe) als Eigentümerin eine Projektstudie in Auftrag gegeben. Ziel: ein Vergleich zwischen den Varianten Gesamtsanierung und Ersatzneubau. Dabei sollten neben den Kosten auch ökologische, städtebauliche und pädagogische Kriterien einfliessen.

Ausgeführt wurde die Studie vom Architekturbüro Metron. Ihr Fazit ist ebenso klar ausgefallen, wie jenes von Schulamtsleiterin Hänsenmann: Ein Neubau ist klar vorzuziehen. Mit rund 35 Millionen Franken dürften die Investitionskosten gegenüber einer Sanierung zwar um rund 15 Prozent höher ausfallen. Diese Mehrkosten können aber durch tiefere Betriebskosten – nur beim Neubau ist der Minergiestandard P-Eco möglich – mehr als kompensiert werden. Gemäss Metron-Studie wird der Energiebedarf des Neubaus rund 40 Prozent tiefer liegen als bei einer Gesamtsanierung. Ein weiterer gewichtiger Vorteil des Neubaus wäre, dass eine auf den künftigen Schulraumbedarf massgeschneiderte Lösung möglich wäre. Da die Klassenzahl in den kommenden Jahren sinken dürfte, würde eine blosse Sanierung des «Kleefelds» Überkapazitäten schaffen. Das Schulhaus ist derzeit zu gross – die einzelnen Klassenräume hingegen sind mit 60 Quadratmeter Fläche zu klein für zeitgemässe Unterrichtsformen.

Wandlungsfähiges Schulhaus

Auch nach pädagogischen Gesichtspunkten bietet ein Neubau gemäss der Metron-Studie Vorteile: «Wir streben einen flexiblen Bau an», erklärte Heinrich Sauter von Stabe. Im Gegensatz zum derzeitigen Gebäude solle dereinst nicht jede Wand «tragend» sein. «Wenn in zwanzig Jahren neue pädagogische Konzepte vorliegen, können die Räumlichkeiten mit geringem Aufwand angepasst werden.» Sauter will nun zunächst abwarten, welches Echo die Neubau-Idee im Quartier auslöst. Sofern keine grundlegenden Einwände eingehen, dürften die Stabe im Sommer 2013 einen Architekturwettbewerb ausschreiben. 2014 sollte das Resultat vorliegen. Anschliessend müsste der Berner Gemeinderat eine Vorlage ausarbeiten, um im Parlament und beim Volk den Kredit für den Neubau bewilligen zu lassen.

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