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SVP-Kandidat Salzmann verzichtet auf Wahlbeschwerde

Der Kanton Bern muss die Resultate der Nationalratswahlen nicht nachzählen: Der hauchdünn geschlagene SVP- Kandidat Werner Salzmann verzichtet auf eine Wahlbeschwerde.

Verzichtet auf Wahlbeschwerde: SVP-Kandidat Werner Salzmann.
Verzichtet auf Wahlbeschwerde: SVP-Kandidat Werner Salzmann.
Keystone

Damit bleibt der bisherige Nationalrat Jean-Pierre Graber aus dem Berner Jura erster Ersatzmann der SVP.

Salzmann erschien am späten Sonntagabend zuerst mit 38 Stimmen Vorsprung auf dem neunten Platz der bernischen SVP-Liste und war damit erster Ersatzmann. Nach einer Korrektur der Resultate am Montag rangierte er plötzlich mit einer einzigen Stimme Differenz auf Rang 10 hinter Graber.

Wird am 20. November SVP-Vertreter Adrian Amstutz bei der bernischen Ständerats-Stichwahl in der kleinen Kammer bestätigt, rutscht somit im Nationalrat Graber nach. Das würde bedeuten, dass der Berner Jura seinen einzigen Vertreter im Nationalrat halten könnte.

Allerdings kündigte Graber am Montag seinen Rückzug aus der Politik an - zu einem Zeitpunkt, als er definitiv abgewählt schien. Seither hat er keine Stellung zu den neusten Entwicklungen genommen.

Kleine Differenz sportlich hingenommen

Vor den Medien in Bern sagte Salzmann am Donnerstag, auch ein Resultat mit nur einer Stimme Unterschied sei zu akzeptieren. Er nehme das sportlich auf und vertraue darauf, dass das Resultat nun richtig sei.

Zudem scheine es ihm wichtig, dass der Berner Jura im Nationalrat vertreten sei. Als Präsident des Berner Schiesssportverbands wisse er um die Bedeutung des Berner Juras für den ganzen Kanton.

Mit seinem Verzicht wolle er auch dazu beitragen, dass der Berner Jura am 20. November für Amstutz stimme, sagte der Agraringenieur aus Mülchi weiter. Als weiteren Grund für seinen Verzicht gab Salzmann den grossen Aufwand an, den eine Nachzählung für den Kanton Bern bedeutet hätte.

Salzmann will sein Glück in vier Jahren erneut versuchen und beteuerte, er habe seinen Entscheid allein mit seiner Familie und Freunden getroffen, ohne Druck der SVP oder anderer Kreise. Ihm sei für den Fall eines Verzichts auf die Beschwerde auch von niemandem irgendetwas versprochen worden.

Testresultate übermittelt

Neues wurde am Donnerstag auch zum Fehler bekannt, der Salzmann fälschlicherweise zuerst auf Rang 9 der SVP-Liste brachte. Schon am Sonntagnachmittag habe das richtige Resultat der Gemeinde Eschert vorgelegen, sagte die bernische Vizestaatsschreiberin Christiane Aeschmann am Rand der Medienkonferenz Salzmanns. Es sei aber «leider, leider» das Resultat eines Testlaufs übermittelt worden.

Salzmann beklagte sich an der Medienkonferenz darüber, dass er am Montag per Zufall von der Änderung des Resultats erfuhr, nicht direkt von der Staatskanzlei. Das sei schlicht nicht möglich gewesen, sagte Aeschmann: Journalisten hätten die Änderung auf der Internetseite des Kantons Bern sehr rasch entdeckt.

Salzmann zieht aus dem Geschehenen den Schluss, dass der Kanton Bern künftig unmittelbar nach den Wahlen den provisorischen Charakter der Resultate stärker betonen sollte.

SDA/bs

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