SVP will mit Tierpark-Direktor Schildger in die Stadtregierung

Die Nominationen des SVP-Vorstandes für die Gemeinderatswahlen bergen zwei Überraschungen: Thomas Fuchs ist nicht dabei – dafür Tierpark-Direktor Bern Schildger.

Tierpark-Direktor Bernd Schildger will für die SVP in den Berner Gemeinderat.

Tierpark-Direktor Bernd Schildger will für die SVP in den Berner Gemeinderat.

(Bild: Valérie Chételat)

Tierpark-Direktor Bernd Schildger soll auf die Liste der Stadtberner SVP für die Gemeinderatswahlen. Schildger gehört zu den fünf Kandidaten, welche der SVP-Vorstand der Parteiversammlung zur Nomination empfiehlt. Neben Schildger auf die Liste sollen auch Nationalrat Erich Hess, Grossrat Stefan Hofer, sowie Stadtrat und Parteipräsident Rudolf Friedli (alle SVP). Die Liste komplettieren soll der parteilose Ex-Stadtrat Jimy Hofer, wie die SVP am Donnerstag mitteilte.

Schildger und die SVP haben eine gemeinsame Vergangenheit: Offenbar hatte sich der Tierpark-Chef Ende 2011 bereit erklärt, bei den Wahlen 2012 für die SVP zu kandidieren. Am Neujahrsapéro 2012 konnte der damalige Sektionspräsident Peter Bernasconi aber nur noch den Rückzug des Wunschkandidaten bekannt geben – der offenbar in der letzten Minute erfolgt war.

Ohne Thomas Fuchs

SVP-Grossrat Thomas Fuchs fehlt überraschenderweise auf der SVP-Kandidatenliste: «Ich treten aus beruflichen Gründen nicht an», sagt Fuchs auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnet.

Anfang 2017 übernehme er eine neue Position bei einer Schweizer Grossbank. «Das lässt sich mit einem Gemeinderatsamt nicht vereinbaren.» Damit neigt sich die Polit-Karriere von Fuchs dem Ende zu. 2018 muss er sein Grossratsmandat wegen der Amtszeitbeschränkung abgeben.

Für Fuchs ist die Kandidatur von Bernd Schildger ein Glücksfall: «Er ist sicher ein populärer Kandidat und spricht zusätzliche Wähler für die SVP an.»

Zuversichtlicher Fraktionschef

SVP-Fraktionschef und Wahlkampfleiter Roland Jakob zeigt sich ebenfalls zuversichtlich: «Mit Schildger holen wir Stimmen bis weit ins linke Lager» Er hat keine Angst, dass sich Schildger wie vor vier Jahren in letzter Minute als Kandidat zurückzieht: Der Tierpark sei heute sehr gut aufgestellt. Seine Kandidatur sei eine Win-Win-Sitution. «Er kennt die Verwaltung und ist in der Stadt bestens vernetzt. Er wird als Gemeinderat leicht Fuss fassen können», so Jakob.

Offene Ausgangslage

Die SVP möchte bei den Gemeindewahlen im November wieder einen Sitz in der Berner Stadtregierung erlangen. Seit dem Bruch mit ihrer eigenen Gemeinderätin Ursula Begert 2004 ist die SVP nicht mehr in der Berner Stadtregierung vertreten. Die definitiven Nominationen wird die Parteiversammlung am 1. Februar vornehmen.

Bei den vergangenen Gemeinderatswahlen trat die SVP stets gemeinsam mit der FDP und anderen bürgerlichen Parteien an. Auf gemeinsamen Listen erhielten die SVP-Kandidaten aber stets weniger Stimmen als die anderen bürgerlichen Kandidaten.

Als stärkste bürgerliche Kraft stehen die Chancen der SVP deshalb gut, dank des Alleingangs tatsächlich einen Sitz im Gemeinderat zu erringen. Allerdings dürfte dieser gemäss den Wähleranteilen eher auf Kosten der beiden amtierenden bürgerlichen Gemeinderäte Reto Nause (CVP) oder Alexandre Schmidt (FDP) gehen.

Bis auf den Alleingang der SVP ist noch weitgehend offen, wie die Parteien in die Gemeinderatswahlen steigen werden. So ist noch unklar, in wie fern sich die anderen bürgerlichen Parteien verbünden werden. Offen ist auch, ob die GFL erneut mit SP und Grünem Bündnis zusammen antreten wird.

Teile der GFL liebäugeln mit einer «ökologischen Mitte», also einer engeren Zusammenarbeit mit GLP und EVP. Der Entscheid des Grünen Bündnisses vom Mittwochabend auf eine engere Zusammenarbeit mit der GFL zu verzichten, könnte diesen Plänen Auftrieb verleihen.

zec/mis/sda

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