Zum Hauptinhalt springen

Streit um die Bundesterrasse

Luzius Theiler (GPB) fordert mit Motion und Beschwerde den Erhalt der Bäume rund ums Bundeshaus und ein Recht auf freien Zugang zur Bundesterrasse.

Kommt die Nachtsperre oder nicht? Die Bundesterrasse.
Kommt die Nachtsperre oder nicht? Die Bundesterrasse.

Die Vorwürfe sind happig: «Weder in der Vorlage noch in der Stadtratsdebatte über den Verkauf der Bundesterrasse war von der geplanten Fällung von mindestens 40 Bäumen in der Umgebung des Bundeshauses die Rede», schreibt Stadtrat Luzius Theiler (GPB) in einer dringlichen Motion, die er heute einreichen wird. Darin fordert er den Gemeinderat zu Verhandlungen mit dem Bund über den Erhalt der bestehenden Bäume und über eine «Garantie für ein freies Zugangsrecht zur Bundesterrasse» auf.

Fixe Sperren waren kein Thema

Mit 44 zu 11 Stimmen hatte der Stadtrat vor zwei Jahren dem Verkauf des städtischen Anteils der Bundesterrasse an den Bund zugestimmt. Er tat dies vor allem aus finanziellen Gründen, weil die Stadt die bevorstehende Sanierung der Flaniermeile kaum hätte berappen können. Vor drei Wochen machte der «Bund» aber publik, dass das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) im Baugesuch die Errichtung von Flügeltoren links und rechts des Parlamentsgebäudes und von zwei versenkbaren Bodenrollgittern auf der Bundesterrasse plant.

Von fixen baulichen Massnahmen war im Stadtrat aber nie die Rede. Eine Nachtsperre der Terrasse sei nicht geplant, beteuerten die Verantwortlichen. Die Bundesterrasse solle bei «besonderen Anlässen» wie Staatsbesuchen oder Demonstrationen gesperrt werden. «Ob dies mit mobilen oder fix installierten Sperren erfolgt, spielt keine Rolle», sagte Stefan Schwarz, Generalsekretär der Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün (TVS).

«Stadtrat hatte Kenntnis»

Laut Theiler soll der Stadtrat auch nichts von den Baumfällungen gewusst haben. Mit einer Beschwerde gegen die Umgebungsgestaltung des Bundeshauses will Theiler die Einhaltung der Bestimmungen zum Unesco-Weltkulturlabel in der Bauordnung anmahnen. «Die Bundesgasse war seit je eine Allee und die Vorhöfe stets begrünt.» Gemäss Projekt sollen die Bäume auf der Bundesterrasse «rhythmisch angeordnet» werden.

In der Bundesgasse und im Innenhof des Bundeshaus-Westflügels müssen die Bäume aber weichen. Im Innenhof sind hüfthohe Hecken geplant, die als «plastisch-geo­metrische Grünkörper» bezeichnet werden. Die Kritik, dass der Stadtrat und die Kommission in der Vorlage zum Verkauf des Stadtanteils an der Bundesterrasse nicht im Detail über die Umbaupläne informiert worden seien, habe Luzius Theiler bereits in der Stadtratsdebatte 2012 vorgebracht, sagt TVS-Generalsekretär Schwarz. «Der Stadtrat stimmte dem Verkauf in Kenntnis dieser Kritik zu.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch