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Streifzug durch Berns Beizenszene

Der Gastroführer «Aufgabeln in Bern» erschliesst Berns «angeschriebene Häuser» liebevoll in Text und Bild.

Markus Dütschler

Lohnt es sich, die Gastroszene einer Stadt zwischen zwei Buchdeckel zu pressen? Ist das Buch nicht schon bei seinem Erscheinen veraltet, weil Wirte häufig wechseln – und Köche auch? Läuft das ständig aktualisierte Internet dem über 550-jährigen Medium Buch nicht den Rang ab?

Hans-Rudolf Matscher sieht das nicht so, sonst hätte er sich nicht gemeinsam mit dem Fotografen Marius Kaufmann in die ein Jahr dauernde Arbeit gestürzt. Über hundert «angeschriebene Häuser» in der Bundesstadt werden in Wort und Bild porträtiert. Anders als etwa der Gastroführer «Gault Millau», dessen Test­esser inkognito ausschwärmen, um ein Lokal anonym in der jährlichen Neuauflage der «Feinschmeckerbibel» zu loben, zu bemäkeln oder zu verreissen, entstanden die Beiträge in diesem Buch offen. Das lässt sich allein aus der Tatsache ableiten, dass der Fotograf in den Lokalen «gluschtige» und anschauliche, aber nicht inszenierte und durchgestylte Aufnahmen gemacht hat. Wirtsleute äussern sich zum Teil selbst zu Lieblingsgerichten. Matscher, pensionierter Berner Werber und Lokalradioleiter, beschreibt die Kneipen, Gourmetlokale und Beizen liebevoll, zitiert Dichter und Denker, die auch nicht nur von Luft und Liebe lebten, und trägt viel Wissenswertes zur Geschichte des Etablissements zusammen. Was läse man, wenn es ihm gar nicht gefallen hätte in einem Etablissement? Dann würde die Beiz im Buch fehlen.

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