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Stigmatisierte Seelennot

Wichtig seien Familie, fachliche Betreuung und Medikamente: Ein Gespräch mit einem Schizophreniekranken, der plötzlich Bedenken hat, dieses dann zu veröffentlichen.

«Italiener, Jüdin, Muslima, Griechin»: Porträts, die M. in den Ferien in Kroatien gemalt hat. (Manuel Zingg)
«Italiener, Jüdin, Muslima, Griechin»: Porträts, die M. in den Ferien in Kroatien gemalt hat. (Manuel Zingg)

M. malt. Einige seiner Bilder sind schon in Japan ausgestellt worden. Einige in Rotterdam. Doch für ihn ist beim Malen vor allem wichtig, dass er «Bilder aus dem Kopf herausnehmen und auf Papier bringen» kann. «Malen», sagt er, «hilft mir, Aggressionen abzubauen.» M. ist 40-jährig, psychisch krank. Er leidet an paranoider Schizophrenie. Die Krankheit schränke sein Leben zwar ein, sagt er, aber manchmal sei er froh, nicht dem Leistungsdruck der «sogenannt normalen Menschen» ausgesetzt zu sein. Und übrigens: Er rede nicht mehr von Krankheit, sondern von «Beeinträchtigung». Und er sehe keinen Grund, nicht darüber zu reden – in der Hoffnung, dass er dann weniger ausgrenzt und stigmatisiert werde – so, wie das bei Menschen mit psychischen Problemen oft der Fall sei. Und er wünsche sich, dass man auch ihm mit Verständnis und Respekt begegne: «Mein Wunsch ist, normal behandelt zu werden, nicht als Schizophreniekranker abgestempelt und schubladisiert zu werden.» Deshalb sei er bereit, offen über sich und seine Krankheit zu berichten – mit vollem Namen.

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