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Steinschlag auf dem Aareweg

Auf einen Fuss- und Wanderweg entlang der Aare sind Steinbrocken gestürzt. Passanten müssten die Warnsignale ernst nehmen, mahnt das Tiefbauamt.

Das Warnschild an der Aare nehmen sich nur wenige zu Herzen. (Manuel Zingg)
Das Warnschild an der Aare nehmen sich nur wenige zu Herzen. (Manuel Zingg)

Den Weg am rechten Aareufer in Richtung Worblaufen passieren täglich viele Jogger, Fussgänger und Schulkinder. Auf der Höhe des gegenüberliegenden Thormemätteli sind in den letzten Tagen bis zu 80 Zentimeter grosse Felsbrocken niedergegangen. Eine Joggerin packte die Angst, als sie sich der Gefahr bewusst wurde. Mit Steinschlag rechnen im Stadtgebiet und erst noch entlang der Aare wohl nur die wenigsten.

Eine Passantin bemerkte gestern, dass vom rechten Aarehang heruntergefallene Steine das dortige Geländer beschädigt haben. Auf diesen Hinweis hin haben Mitarbeiter des städtischen Tiefbauamts die Abrissstelle begutachtet. Der Befund: Poröses Gestein, sogenannte Nagelfluh, hat sich oberhalb des Wegs gelöst. Dies sagte Reto Zurbuchen, Leiter der Abteilung Projektierung und Realisierung des Tiefbauamts, auf Anfrage.

Auch wenn der Eindruck täuscht: Das Steinschlagrisiko am Aareufer ist vergleichbar mit jenem auf einem alpinen Wanderweg.

Gefahrenabschnitt ist beschildert

Aus der Ruhe bringt der Vorfall den Vertreter des Tiefbauamts aber keineswegs. Dass ein Teil des Weges gefährlich ist, ist den Behörden schon lange bekannt. Der rund 600 Meter lange Abschnitt ist deshalb mit Gefahrentafeln markiert, die vor Steinschlag warnen. Eine Tafel weist explizit auf das Risiko hin. Offenbar aber nehmen diese viele nicht ernst. «Diese Warnschilder stehen nicht grundlos dort», sagte Zurbuchen. Auf den Weg geht regelmässig Gestein nieder. «Das geschieht vorrangig im Frühling, wenn Wasser im Gestein wiederholt gefriert und wieder auftaut», erklärte Zurbuchen.

Einen Zusammenhang mit den Bauarbeiten zur Stadttangente, welche auf der Autobahn oberhalb des Hangs derzeit stattfinden, konnten die Experten des Tiefbauamts nicht feststellen.

Sicherheitsnetze sind teuer

Die Nagelfluh sorgt auch an einem anderen Aareweg für Probleme. An der Rabbenfluh am kleinen Bremgartenwald rutschten im Frühling 2006 nach starkem Regen Gesteinsbrocken auf den Fussweg. Auch ein installiertes Auffangnetz hatte dies nicht verhindern können. Der lose Fels riss es mit.

Weil das Risiko von Steinschlag dort höher ist als in der Tiefenauschlaufe, prüfen Geologen und Experten der Abteilung Naturgefahren die Situation dort auch häufiger. Da das Tiefbauamt die Gefahr sogar als «massiv» einstuft, hat der Stadtrat vergangenen Dezember einen Kredit zur Sanierung und Sicherung des Abschnitts gesprochen. Auf dem Fels wird im Herbst ein Stahlnetz befestigt, um die Erosion des Gesteins aufzuhalten. Zusätzlich wird eine Palisadenwand errichtet, welche herunterfallende Steine aufhält.

Solche Sicherungsmassnahmen stehen für die Aareschlaufe beim Thormemätteli bis heute nicht zur Diskussion. Der westlich angrenzende Wanderweg Wylerholz wurde 2009 saniert. Auch den Weg bei der Tiefenaubrücke sichert die Stadt. Diese Arbeiten sind jedoch teuer. Die Sicherung des Bereichs Rabbenfluh allein kommt die Stadt auf fast eine halbe Million Franken zu stehen. Absolute Sicherheit indes gibt es laut Zurbuchen auch zu diesem Preis nicht.

Augen auf und Ohren spitzen

Weil die vollständige Sicherung aller Wanderwege nicht möglich sei, bleibt auf dem besagten Waldweg ein Risiko bestehen, «wie auf allen Wanderwegen der Stadt», sagte er. Deshalb sei es wichtig, dass Passanten Warnsignale auch ernst nähmen.

Wie verhält man sich also richtig, wenn Schilder auf Steinschlaggefahr hinweisen? «Passanten sollten auf so signalisierten Abschnitten aufmerksam sein, ab und zu einen Blick nach oben werfen und die Ohren spitzen», rät Zurbuchen. «Denn grosse Brocken hört man in der Regel kommen.»

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