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Stapi-Wahl: GLP beharrt auf einer Einzelkandidatur

Wer sich alles für das Stadtpräsidium zur Wahl stellt, bleibt nach dem Streit zwischen Mitte-Liste und Bürgerlichen ungeklärt. Die Grünliberalen wollen an einer Kandidatur von BDP-Grossrätin Vania Kohli festhalten.

Stein des Anstosses war die Kandidatur von Vania Kohli (BDP).
Stein des Anstosses war die Kandidatur von Vania Kohli (BDP).
Manu Friederich
Die Bürgerlichen Parteien zogen nach und stellten Alexandre Schmidt (FDP)...
Die Bürgerlichen Parteien zogen nach und stellten Alexandre Schmidt (FDP)...
Manu Friederich
Dabei wollen doch eigentlich alle dasselbe: Alexander Tschäppäts (SP) Wiederwahl als Stadtpräsident verhindern.
Dabei wollen doch eigentlich alle dasselbe: Alexander Tschäppäts (SP) Wiederwahl als Stadtpräsident verhindern.
Adrian Moser
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Tritt nun jemand bei den Wahlen im November gegen Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) an - und wenn ja, wie viele? Das ist die Frage, die seit letzten Freitag das politische Bern bewegt. Tags zuvor hatte die Mitte-Liste bekannt gegeben, dass sie die BDP-Grossrätin Vania Kohli ins Rennen ums Stadtpräsidium schickt - mit der Bedingung aber, dass SVP und FDP keinen Kandidaten stellen. Das «Bürgerliche Bündnis» reagierte verärgert und schlug am Tag darauf prompt zwei ihrer Gemeinderatskandidaten vor, Alexandre Schmidt (FDP) und Beat Schori (SVP). Und auch SVP und FDP stellen eine Bedingung: Ihre beiden Kandidaten kommen nur, wenn Kohli antritt. Eine klassische Pattsituation - und eine, die vor allem Tschäppät freuen dürfte. Sollten alle Seiten Wort halten, gäbe es nun doch keinen Gegenkandidaten im Rennen ums Stadtpräsidium.

Der Tonfall wird milder

Auf Anfrage rückte auch am Montag niemand von der gefassten Position ab. Es ist aber spürbar: Nach den Gehässigkeiten, mit denen sich die beiden Lager eindeckten, ist der Tonfall milder geworden. Stellvertretend dafür sagt Dolores Dana, Präsidentin der Stadtberner FDP: «Zuerst sollten sich nun die Gemüter beruhigen. Statt sich ‹Schlämperligen› zuzuwerfen, wäre es nun von Vorteil, dass sich die Parteispitzen zusammensetzen.» Eine Meinung, die auch SVP-Präsident Peter Bernasconi teilt. Dass es schon diese Woche zu einer Aussprache zwischen Mitte-Liste und Bürgerlichen kommt, glaubt Dana nicht. Ein Termin steht zumindest noch nicht fest. Heute Dienstag findet eine Medienkonferenz des «Bürgerlichen Bündnisses» statt, bei der sich die fünf Kandidaten von FDP und SVP vorstellen. Entscheidende Neuigkeiten sind aber kaum zu erwarten - beim Medienanlass soll es in erster Linie um die Gemeinderatswahlen gehen. Kohli hält ihre Kandidatur derweil weiterhin auf «Stand-by-Modus». Auch sie findet, dass Gesprächsbedarf bestünde.

Ein Kompromiss könnte darin bestehen, dass Kohli auf ihren Anspruch verzichtet, als alleinige Tschäppät-Herausforderin zu fungieren. Damit würde sie sich aber Probleme mit den Allianzpartnern einhandeln. Der Gemeinderatskandidat der Grünliberalen, Claude Grosjean, hält nach wie vor nur eine Einerkandidatur Kohlis für sinnvoll. «Wir unterstützen nur eine Kandidatur mit ernsthaften Chancen.» Wenn es nur darum ginge, einzelnen Gemeinderatskandidaten eine Plattform zu geben, um ihre Wahlchancen zu erhöhen, sei die GLP gegen einen Stapikandidatur. Grosjean argumentiert, dass auch die Bürgerlichen eine Kandidatur Kohlis akzeptieren sollten - wegen des Effekts auf die Gemeinderatswahlen: «Nur eine starke Mitte-Liste bringt eine Chance auf ein Ende von zwanzig Jahren RGM.» Die Mitte-Allianz (BDP, GLP, CVP und EVP) hofft, bei den Gemeinderatswahlen einen zweiten Sitz zu ergattern, was zu einer Mitte-rechts-Mehrheit führen könnte.

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