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Stadtregierung disqualifiziert Kanton im Lärm-Streit um den «Spitz»

Der Entscheid gegen lärmende Fans auf dem Fussballplatz des FC Breitenrain sei «lebensfremd» und in einem städtischen Umfeld nicht angemessen, findet der Gemeinderat.

Die Fans des FC Breitenrain dürfen ihre Lieblinge künftig nur noch mit ihrer Stimmgewalt anfeuern.
Die Fans des FC Breitenrain dürfen ihre Lieblinge künftig nur noch mit ihrer Stimmgewalt anfeuern.
Thomas Ruefer

Im April hatte die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) den Fans des FC Breitenrain die rote Karte gezeigt: Auf dem «Spitz», dem Fussballplatz des FC Breitenrain im Berner Spitalacker-Quartier, gilt seither definitiv ein Instrumenten- und Megafon-Verbot. Verhängt hatte es Regierungsstatthaler Christoph Lerch (SP) auf Grund von Klagen lärmgeplagter Anwohner.

«Nicht adäquat»

Die akustisch zurückgedrängten Fans zeigten sich konsterniert - und auch bei der Berner Stadtregierung stösst der Entscheid des Kantons auf Unmut, wie sich nun zeigt: Das Megafon- und Instrumente-Verbot während der Spiele am Samstagnachmittag erachte der Gemeinderat «als lebensfremd und in einem urbanen Umfeld nicht adäquat», heisst es in einer Antwort des Gemeinderats auf eine Kleine Anfrage der Stadträte Thomas Berger (Jungfreisinnige) und Manuel Widmer (GFL) - beide bekannt als Fussballfans.

Der Gemeinderat weist darauf hin, dass die Anti-Lärm-Auflagen mit dem Verzicht des Vereins auf eine Beschwerde rechtskräftig sind. Immerhin: Die Stadtregierung weiss die Seelen der Fans bezüglich einer möglichen präjudiziellen Wirkung zu beruhigen: Von einer solchen sei nicht auszugehen, da die anderen Sportplätze in Bern bedeutend weiter von Wohnhäusern entfernt seien als der «Spitz», der mitten in einem Wohnquartier liegt.

Aus der gemeinderätlichen Antwort darf deshalb der Schluss gezogen werden, dass zumindest im Stade de Suisse, wo bekanntlich der BSC Young Boys beheimatet ist, weiter mit Megafon- und Trommelunterstützung gejubelt werden darf - so denn Anlass dazu besteht.

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