Mehr Platz für Fussgänger beim Bubenbergplatz

Im Zuge des Bahnhofausbaus möchte der Berner Stadtrat den Privatverkehr einschränken.

Hallo Velo, hallo Fussgänger: Gemeinderat und Stadtrat wollen den Autoverkehr um den Bahnhof drosseln.

Hallo Velo, hallo Fussgänger: Gemeinderat und Stadtrat wollen den Autoverkehr um den Bahnhof drosseln.

(Bild: Valérie Chételat)

Im Jahre 2030 werden zu Spitzenzeiten innerhalb von zehn Minuten bis zu 9700 Pendler den Bubenbergplatz queren – viermal mehr, als heute über die Welle passieren. Deshalb sollen im Zuge des Bahnhofausbaus neue Passagen sowie ein neuer Zugang beim Bubenbergzentrum und einer zur Länggasse auf der Grossen Schanze gebaut werden.

Vor über zwei Jahren genehmigte das Berner Stadtparlament einen Projektierungskredit von 880'000 Franken für den Zugang beim Bubenberg-Zentrum. Am Donnerstag erhöhte der Stadtrat den Projektierungskredit um 1,85 auf 2,73 Millionen Franken, um weitere Verkehrsmassnahmen sowie eine Personenunterführung zum Hirschengraben zu erarbeiten.

Linksabbiegen verboten

Geplant ist etwa, den motorisierten Individualverkehr auf der Achse Laupenstrasse-Bubenbergplatz zu beschränken und das Linksabbiegen in die Schanzenstrasse nicht mehr zu ermöglichen, wie Benno Frauchiger von der Kommission für Planung, Verkehr und Stadtgrün (PVS) erläuterte. Rund 20 Anträge zum Geschäft waren zuvor eingegangen.

Kritisiert wurde von der Kommissionsminderheit etwa, dass die Projektierungskredite für die Verkehrsmassnahmen und die Unterführung beim Bubenbergplatz nicht separat vorgelegt wurden. Beantragt wurde auch, dass die bisherigen Abbiegemöglichkeiten für den Privatverkehr in alle Richtungen erhalten bleiben und die bisherige Kapazität für den Privatverkehr erhalten werde.

«Ausgerechnet im Zentrum der Stadt wollt ihr den Verkehr abwürgen. Es kann doch nicht sein, dass wichtige Verkehrsbeziehungen zu den Quartieren abgeklemmt werden», sagte Alexander Feuz (SVP). Er redete von einer «heillosen, unverantwortlichen Kostensache».

Rückendeckung erhielt Feuz von der FDP-Fraktion. «Mit dieser Vorgehensweise möchte man verhindern, dass sich die Bevölkerung der Stadt differenziert zu den Geschäften äussern kann», sagte Jacqueline Gafner Wasem. Die Minderheitsanträge kamen allesamt nicht durch. Ebenso wenig die Anträge der SVP. Diese forderten, bei der Planung sei damit zu rechnen, dass der Privatverkehr zunehme.

Umstritten war aber auch ein Antrag der SP. Diese scheiterte mit der Idee, die Personenunterführung zum Hirschengraben gleichzeitig mit dem neuen Zugang Bubenberg zu realisieren. Während Franziska Grossenbacher (GB/JA) die hohen Kosten für die Unterführung dagegen anführte, sagte Janine Wicki (GFL/EVP-Fraktion), Fussgänger gehörten an die Oberfläche und nicht in den Untergrund.

Mehr Veloabstellplätze

Erfolg hatte die SP dafür mit ihrer Motion «Entflechtung Hirschengraben», die eine Verschiebung der Gleise beim Hirschengraben fordert, um den Durchgang für Velofahrer attraktiver zu gestalten. Auch die GB/JA-Fraktion kam mit dem Antrag durch, im Umfeld des Bahnhofs mehr gratis Veloabstellplätze anzubieten.

Der Stadtrat stimmte zudem dem Antrag der PVS zu, dass der Bubenbergplatz weitestgehend vom Privatverkehr freigehalten wird und das Verkehrsaufkommen mindestens halbiert wird. Auch sollen auf der Schanzen- und Laupenstrasse in beiden Richtungen Velostreifen von mindestens 1,5 Meter gezogen werden.

Gemeinderätin Ursula Wyss (SP) betonte, die Projekte könnten nicht getrennt behandelt werden. «Es geht nicht, den Bahnhof zu realisieren und die Verkehrsmassnahmen nicht.» Selbstverständlich bleibe der Bahnhof aber zugänglich. Der Kredit unterliegt dem fakultativen Referendum.

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