Stadtrat stellt mehr Geld für die Planung des ARA-Zuleitungsstollen bereit

Das Abwassersystem der Stadt Bern ist überlastet. Als Lösung soll ein ARA-Zuleitungsstollen Bern West und der dazugehörenden Hochwasserschutz Stadtbach dienen.

Der Abwasserkanal im Gebiet Bümpliz/Bethlehem muss vergrössert werden.

Der Abwasserkanal im Gebiet Bümpliz/Bethlehem muss vergrössert werden.

(Bild: Valerie Chételat (Symbolbild))

Der Berner Stadtrat hat dazu den entsprechenden Planungskredit um 400'000 auf 550'000 Franken aufgestockt. Das teilweise provisorisch angelegte Kanalisationsnetz im Gebiet Bümpliz/Bethlehem habe seine Kapazitätsgrenzen längst erreicht, schrieb der Gemeinderat in seiner Botschaft an den Stadtrat. Deshalb müsse das Konzept des Kanalnetzes im Westen Berns grundlegend geändert werden. Diese Meinung teilt auch der Stadtrat. Er stimmte am Donnerstag der Erhöhung des Planungskredits einstimmig zu.

Hauptursache für die Defizite des Abwassersystems ist, dass die so genannte Abwasserreinigungsanlage (ARA II) Mitte der 1970er-Jahre zwar geplant, aber nie gebaut wurde. Deshalb wird das Abwasser aus dem Westen von Bern bis heute in die ARA Region Bern AG bei der Neubrück geleitet. Bei starkem Regen fliesst das überschüssige Wasser aus dem Kanalsystem, dem Regenüberlaufbecken Rehhag der Gemeinde Köniz sowie weiteren kleineren Oberflächengewässern durch den Wangentalkanal in den Wohlensee.

Anstelle der nie gebauten ARA II soll künftig ein Stollen das Abwasser aus Berns Westen zur ARA Bern bei der Neubrück führen. Für den neuen Stollen - den so genannten ARA-Zuleitungsstollen West - wurde bereits in den Jahren 2011 und 2012 eine Machbarkeitsstudie erstellt.

Zusätzlich Entlastungskanal nötig

Während der weiteren Arbeiten stellte sich heraus, dass mit dem Bau des ARA-Zuleitungsstollens West zusätzlich ein Entlastungskanal für den Hochwasserschutz Stadtbach notwendig wird. Denn der Wangentalkanal verliert mit der Eröffnung des neuen Stollens seine Ableitungsfunktion.

Mit dem genehmigten Budget soll als nächster Schritt eine Vorstudie zum Hochwasserschutz Stadtbach durchgeführt werden, die bis Ende 2017 vorliegen soll. 2020 soll der Baukredit für das bis dahin ausgearbeitete Projekt vors Volk kommen und voraussichtlich zwei Jahre später mit dem Bau angefangen werden. Für die Inbetriebnahme rechnet der Gemeinderat mit dem Jahr 2027. Die Kosten schätzt er auf einen tiefen dreistelligen Millionenbetrag.

mon/sda

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