Stadtrat spricht Kredit für «Labor»-Tage auf Schützenmatte

Die Parkplätze auf der Berner Schützenmatte werden im September für drei Tage aufgehoben, damit die Bevölkerung an der Planung mitwirken kann.

im Rahmen eines «Labors Schützenmatte» sollen Vereine und Interessengruppen aufzeigen, wie sie sich die Zukunft der Schützenmatte vorstellen.

im Rahmen eines «Labors Schützenmatte» sollen Vereine und Interessengruppen aufzeigen, wie sie sich die Zukunft der Schützenmatte vorstellen.

(Bild: Adrian Moser)

Das Stadtparlament hat am Donnerstag einen Zusatzkredit von 75'000 Franken bewilligt - gegen den Willen der Bürgerlichen.

Der Stadtrat stellte sich mit 39 zu 16 Stimmen hinter den vom Gemeinderat beantragten Kredit. Mit dem Geld wird ein Planungslabor finanziert, das vom 4. bis zum 7. September auf der Schützenmatte nahe Bahnhof, Bahngeleise und Reitschule stattfindet. An drei Tagen wird die Schützenmatte dabei für Autos gesperrt.

Der Anlass ist Teil des partizipativen Planungsprozesses, mit dem ein neues Nutzungskonzept für die Schützenmatte erarbeitet wird. Für die Planung sprach der Stadtrat bereits letztes Jahr einen Kredit von 475'000 Franken.

«Partizipatives Getue»

Die rot-grünen Parteien, aber auch die Fraktion BDP/CVP und die Grünliberalen bezeichneten das «Labor» als sinnvoll. An dem Anlass könne die Öffentlichkeit die «Schütz» in anderer Atmosphäre erleben und ihre Ideen zur Umgestaltung einbringen, wie verschiedene Sprecherinnen und Sprecher sagten. Um zuletzt ein breit abgestütztes Nutzungskonzept zu finden, sei es angebracht, die Bevölkerung breit einzubeziehen.

Gegen den Kredit stimmten die FDP- und die SVP-Fraktion. Der Betrag sei «völlig überrissen» für einen Workshop oder ein Fest. Wer Ideen für die Schützenmatte habe, könne auch einfach dem Stadtpräsidenten mailen.

Die rot-grüne Mehrheit wolle den Leuten mit dem Anlass bloss die Aufhebung der Parkplätze und weitere Verkehrseinschränkungen schmackhaft machen, argwöhnten die bürgerlichen Sprecher. Das «partizipative Getue» sei ein reines Deckmäntelchen.

«Erlebbare» Schützenmatte

Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) widersprach. Es gehe keineswegs darum, die Parkplätze dauerhaft abzuräumen, und auch nicht um weitere Verkehrsfragen. Idee des Labors sei es, die Schützenmatte drei Tage lang «erlebbar» zu machen - und das funktioniere nicht, wenn sie mit Autos belegt sei.

Die Bevölkerung solle sehen, «was auch noch denkbar wäre» auf der Schützenmatte. Als einige der wenigen Freiflächen in der Stadt biete sie «ein Riesenpotenzial», so Tschäppät.

zec/sda

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