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Stadtrat lehnt Nachkredit für Bern-Logo ab

Die Kostenüberschreitung bei einem 2005 erstellten Dachmarken-Logo für Bern sorgt Jahre später für grossen Unmut im Stadtrat. Ein Nachkredit von 212'000 Franken wurde am Donnerstagabend vom Parlament abgelehnt.

Kritik am Gemeinderat: Reto Nause und Alexander Tschäppät räumten ein, dass Fehler gemacht wurden. Ein Fehlbetrag sei aber auch wegen mangelndem Willen, sich der Marke zu unterstellen, entstanden.
Kritik am Gemeinderat: Reto Nause und Alexander Tschäppät räumten ein, dass Fehler gemacht wurden. Ein Fehlbetrag sei aber auch wegen mangelndem Willen, sich der Marke zu unterstellen, entstanden.
Manuel Zingg

Die vom Gemeinderat vorgelegte Kreditabrechnung für das Dachmarken Logo der Stadt Bern, verwarf der Stadtrat mit 63 Nein-Stimmen bei 2 Enthaltungen. Auch einem Nachkredit, in Höhe von 212'000 Franken, mochte niemand zustimmen, lediglich zwei Stadtratsmitglieder enthielten sich der Stimme. Von links bis rechts hagelte es Kritik am Gemeinderat. Bemängelt wurde nicht nur die Höhe der Mehrausgaben bei dem schliesslich gescheiterten Projekt, sondern auch die jahrelange Verschleppung des Nachkredits.

Zur Kostenüberschreitung war es gekommen, weil ein vor neun Jahren kreiertes Logo nicht den gewünschten Erfolg erzielt hatte. Das Logo mit der stilisierten Bärentatze hätte Stadt und Region Bern, Tourismus und Wirtschaft unter eine gemeinsame Marke stellen sollen. Vorgesehen war eine Finanzierung über Lizenzen, doch der Erlös blieb weit hinter den Erwartungen zurück

«Ein schlechter Witz»

So kostete die Sache die Stadt am Schluss 412'000 Franken statt der bewilligten 200'000 Franken. Diese Kostenüberschreitung um mehr als hundert Prozent stiess dem Parlament sauer auf. «Hier sind Fehler passiert», sagte Yasemin Cevik (SP). Die geringen Einnahmen durch die Lizenzen wirkten wie «ein schlechter Witz». Es gehe nicht an, dass eine Kreditabrechnung ein Jahrzehnt lang liegen bleibe, kritisierte auch Peter Ammann (GLP).

Von einer «absoluten Fehlinvestition» sprach Kurt Hirsbrunner namens der Fraktion BDP/CVP. Hier gelte es ein Zeichen des Protestes zu setzen. Auch wenn das Nein zum Nachkredit nur symbolischen Charakter habe und das Geld bereits ausgegeben sei, wie mehrere Sprecherinnen und Sprecher anfügten. Das interne Controlling in der Stadtverwaltung müsse dringend verbessert werden.

Tschäppät: «Nichts vertuscht»

Gemeinderat Reto Nause (CVP) und Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) zeigten sich zwar zerknirscht und räumten ein, dass Fehler gemacht worden seien. Der Fehlbetrag sei aber auch entstanden, weil der Wille nicht da gewesen sei, sich der Marke zu unterstellen, sagte Nause: «Die Bärentatze konnte sich nicht durchsetzen.»

Tschäppät, der als Vorsteher der Präsidialdirektion besonders viel Kritik aus dem Stadtrat einstecken musste, wehrte sich. Als das Logo-Projekt 2003 aufgegleist worden sei, sei er weder Stadtpräsident noch Wirtschaftsdirektor gewesen. Er habe die «unschöne» Kreditabrechnung nicht verschleppt, sondern bereits 2007 ans Finanzinspektorat weitergeleitet, wo sie über sechs Jahre liegen geblieben sei. «Der Gemeinderat wollte nichts vertuschen», so Tschäppät. Der städtische Finanzinspektor hatte in seinem Bericht die Kreditabrechnung zwar mit mehreren tadelnden Bemerkungen versehen, dem Parlament dann aber gleichwohl Annahme beantragt. Mehrere Stadtratsmitglieder gaben denn auch am Donnerstag ihrem Zweifel Ausdruck, ob dem Finanzinspektorat die nötige Unabhängigkeit zugestanden werde.

Was das Logo betrifft, besitzt die Stadt Bern heute eine Lizenz an der Dachmarke von Bern Tourismus. Es handelt sich um einen Schriftzug «Bern/City» mit Schweizer Kreuz.

SDA/agr

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