Wankdorf-City eine Runde weiter

Anträge aus dem Stadtrat, die noch mehr Wohnungen forderten, scheiterten.

 Das Wirtschaftsviertel WankdorfCity soll weiter wachsen.

Das Wirtschaftsviertel WankdorfCity soll weiter wachsen. Bild: Adrian Moser (Archivbild)

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Bereits haben SBB und Post ihre Konzernsitze ins neue Wirtschaftsviertel Wankdorf-City verlegt. Nun will die Stadt auf dem ehemaligen Schlachthofareal auf einer Bruttogeschossfläche von rund 50'000 Quadratmetern drei zusätzliche Parzellen an Investoren abgeben. Geplant ist eine Überbauung mit einem Hotel, einem Fitnesszentrum, Bars, Läden sowie rund 150 Wohnungen. Damit entstünde ein Wohnanteil von 50 Prozent.

Schon früh regte sich politischer Widerstand gegen die Konzentration an Büroflächen. Auch am Donnerstag drehten sich die Diskussionen im Stadtrat um die Anzahl der Wohnungen, die auf der Überbauung entstehen sollen.

300 statt 150 Wohnungen

So forderte Gisela Vollmer (SP), dass die Stadt mit der Abgabe des Baurechts mindestens 50 Prozent der Geschossfläche für die Erstellung von Wohnungen verwenden müsse. Die Freie Fraktion ging sogar noch weiter. Sie forderte, dass die 20'000 Quadratmeter Fläche, welche von der ersten Bauetappe noch übrig seien, zu den 50'000 Quadratmetern dazugezählt werden müssten. «Die Hälfte davon, 35'000 Quadratmeter, ergäben etwa 300 Wohnungen», sagte Luzius Theiler.

Er sprach von einem «Heer von Pendlern», die auf Bern zukämen. «Kommt zur Besinnung und korrigiert die bisherige Politik!», forderte er seine Stadtratskollegen auf. Regula Tschanz (GB/JA!) zog einen Vergleich zur Zürcher Überbauung Kalkbreite, die einen Nutzungsmix aufweise. «Bern verfügt als einzige grössere Stadt über mehr Arbeitsplätze als Einwohner. Warum geht in Zürich, was in Bern nicht gehen soll?»

Die Bürgerlichen verteidigten das Projekt. «Die Steuereinnahmen können nicht nur durch Private erzielt werden, es braucht Unternehmer in der Stadt», sagte etwa Dannie Jost (FDP). Rudolf Friedli (SVP) räumte zwar ein, es handle sich beim Areal zwischen Autobahn und Gleisen tatsächlich um «keine schöne Wohnlage.» Umso sinnvoller sei es deshalb, wie vorgesehen vor allem kleinere Wohnungen mit 2,5 bis 3,5 Zimmern zu bauen. «Dort werden höchstens Paare leben, nicht Familien.» Daniel Klauser relativierte im Namen der GFL/EVP-Fraktion, man gehe mit der Planung zu hart ins Gericht. Diese sei in den 1990er-Jahren entstanden, als man mit solchen Entwicklungsschwerpunkten zur Attraktivität von Städten beitragen wollte.

«Falsch, wenn Kasse klingelt?»

Gemeinderat Alexandre Schmidt (FDP) staunte über die Kritik aus dem Stadtrat. «Was ist denn falsch daran, dass die Post ihren Sitz verlagert hat, dass Wohnraum an idealer Lage erschlossen wird? Was ist falsch daran, dass statt einer Brache nun ein neues Quartier entsteht mit Arbeitsplätzen und einem neuen S-Bahnhof? Was ist falsch daran, wenn die Stadtkasse klingelt?», fragte er rhetorisch. Vollmers Antrag sei falsch, zumal nicht mehr als 50 Prozent an Wohnungen gebaut werden könnten. Der Stadtrat lehnte sowohl Vollmers als auch Theilers Antrag klar ab und stimmte dem Geschäft zu, das Areal im Baurecht abzugeben. Das letzte Wort hat voraussichtlich am 5. Juni das Volk. (Der Bund)

Erstellt: 17.03.2016, 23:31 Uhr

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