Stadt will kein Bankenquartier

Lokales Gewerbe wird bevorzugt: Finanzinstitute sind in der unteren Berner Altstadt nicht gerne gesehen.

Kein Platz für Banken: Blick in die Berner Kramgasse.

Kein Platz für Banken: Blick in die Berner Kramgasse. Bild: Valérie Chétélat

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2015 wollten einige Berner SP-Stadträte die Lauben der unteren Altstadt am liebsten bankenfrei sehen (der «Bund» berichtete). Besonders das Vermögenszentrum (VZ) wirke «traurig und steril». Der damalige Stadtpräsident Alexander Tschäppat zeigte sich damals noch skeptisch gegenüber der Motion. Nun präsentiert der Gemeinderat aber einen Vorschlag, der genau in diese Richtung geht.

Der Gemeinderat schlägt in der Teilrevision der Bauordnung eine neue Regelung vor: In den an die Lauben angrenzenden Räumen sollen in Zukunft nur noch «Detailhandelsgeschäfte, Gast- und Kleingewerbebetriebe sowie kulturelle Nutzungen und quartierbezogene Dienstleistungsbetriebe» zulässig sein. Die Banken sind zwar nicht explizit genannt. Für Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) sind jedoch nur noch «quartierbezogene Finanzinstitute» zulässig.

Peter Kyburz, der Filialleiter der Banca Popolare di Sondrio (BPS) in der Kramgasse, stört sich daran, dass einige Politiker die Banken in «eine Ecke stellen wollen». Dass Banken zum Teil nicht als Mitglied des Gewerbes angesehen werden, ist aus seiner Sicht nicht korrekt. «Schliesslich beziehen Touristen bei uns Geld, das sie dann in den Altstadtläden wieder ausgeben.» Eine Bank gehöre zu einem funktionierenden Gewerbe. Die BPS werde aber nicht ausziehen, sagt Kyburz. «Auch wenn die Vorlage abgesegnet wird, gilt für uns das bestehende Recht.»

«Keine neuen Filialen mehr»

Kyburz zeigt aber Verständnis für die neue Vorlage: «Die Durchmischung der unteren Altstadt ist gut und soll bestehen bleiben», sagt er. Die Angst, dass es in der unteren Stadt immer mehr Banken gebe, sei aber unbegründet. «Die Banken eröffnen keine neuen Filialen, sie schliessen sie eher», sagt Kyburz.

Das zweite Geldinstitut, das in der unteren Altstadt angesiedelt ist, ist das Vermögenszentrum (VZ). Philipp Heer, Geschäftsleiter Region Bern, Zentral-und Südschweiz, sagt, man habe sich mit der Teilrevision noch nicht auseinandergesetzt. «Sollte sie in Kraft treten, werden wir den Dialog mit den Behörden suchen», sagt Heer. Mehr könne man aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. (Der Bund)

Erstellt: 17.05.2018, 06:48 Uhr

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