Ausbau des Berner Radiostudios gefordert

Eine breite politische Koalition von Vertretern aus drei Kantonen versucht, die umstrittenen Sparpläne der SRG abzuwenden.

Die SRG plant den Umzug ihrer Radioabteilung von Bern nach Zürich. Doch noch sind die Sachen noch nicht gepackt.

Die SRG plant den Umzug ihrer Radioabteilung von Bern nach Zürich. Doch noch sind die Sachen noch nicht gepackt.

(Bild: Keystone)

Carlo Senn@derbund

«Bern ohne dieses Radiostudio ist undenkbar», sagte der Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Bern, Christoph Ammann (SP), am Montag an einer Medienorientierung. Ammann gehört zu einer breiten Front von Politikern aus den Kantonen Bern, Freiburg und Wallis, die sich für den Berner Standort des SRG-Radiostudios einsetzen. «Ein solcher Entscheid sollte nicht voreilig getroffen werden.» Hinter dem Bündnis steht der Verein Hauptstadtregion Schweiz, zu dem die Kantone Bern, Freiburg, Wallis, Neuenburg und Solothurn sowie Städte, Gemeinden und Regionalorganisationen innerhalb der Hauptstadtregion gehören.

Das Bündnis verlangt nicht nur, dass die SRG den Standort Bern aufrechterhält, sondern ihn sogar ausbaut. Sie soll im «Herzen der nationalen Politik» ein nationales Kompetenzzentrum Information mit Forschung und Entwicklung aufbauen. Vorbild ist der Standort Basel, wo die SRG die Kulturabteilung konzentriert und zusätzliche Stellen geschaffen hat.

Wie das genau aussehen soll, kann Amman aber nicht sagen: «Es gibt noch kein konkretes Papier.» Die Grundidee sei aber, dass man die Zentralisierung, die die SRG anstrebe, auch in Bern vollziehen könne. Der nächste Schritt des Regierungsrats ist nun, das Gespräch mit den Verantwortlichen der SRG zu suchen, wie Ammann sagt.

Regionale Verankerung essenziell

Anders sieht das Ruedi Matter, Direktor des SRF. In einem Interview mit dem «Bund» hat er sich kürzlich klar für den Umzug der Berner Informationsredaktion nach Zürich ausgesprochen. Wenn die Radioinformation komplett in Bern bliebe, sagte Matter, würde sie entwicklungstechnisch zunehmend isoliert. Dass die Forschung und Entwicklung nach Bern verschoben wird, hält er im Interview für unwahrscheinlich: «Dann müsste man sie an zwei Standorten betreiben, das können wir uns nicht leisten.»

Edi Estermann, Leiter der Medienstelle der SRG, äussert sich nur zurückhaltend zu dem Vorschlag der Berner Koalition. «Die SRG führt momentan eine sehr komplexe Analyse bezüglich der Optimierung ihrer Standorte durch», schreibt er auf Anfrage. Er stellt zwar klar: «Die SRG wird und muss 100 Millionen Franken sparen.» Deshalb müssten auch Kosten für die zahlreichen Gebäude und Immobilien reduziert werden.

Aus diesem Grund untersuche man alternative Standorte und Optimierungsmöglichkeiten. «Die journalistische Qualität, die regionale Verankerung und der Respekt für die Vielfalt» bleibe für die SRG jedoch essenziell. Das letzte Wort hat aber der Verwaltungsrat des Medienunternehmens. Eine erste Diskussion über die Standortfrage findet im Verwaltungsrat Ende Juni statt (mehr dazu hier).

Der Bund

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