Stadt rüstet sich für Fanmarsch von tausenden Gladbach-Anhängern

Bis 10'000 «Fohlen»-Fans pilgern am Dienstag zum Champions-League-Qualispiel YB-Gladbach nach Bern. Die Sicherheitsbehörden bereiten sich auf einen Grosseinsatz vor.

Beim Cupfinal 2014 zündeten Anhänger des FC Basel Petarden auf dem Fanmarsch ins Stadion. (Archiv )

Beim Cupfinal 2014 zündeten Anhänger des FC Basel Petarden auf dem Fanmarsch ins Stadion. (Archiv )

(Bild: Tobias Anliker)

Adrian Müller@mueller_adrian

Nicht nur bei den YB-Fans ist das Champions-League-Fieber ausgebrochen: Kommenden Dienstag werden in Bern tausende Anhänger des deutschen Bundesligisten Borussia Mönchengladbach zum Hinspiel der Champions-League-Playoffs erwartet. «Wir rechnen mit 5000 bis 10'000 Gladbach-Fans. Die Menge ist für uns eine grosse Herausforderung», sagt Gemeinderat Reto Nause. Die Berner Sicherheitsbehörden bereiten sich darauf vor, dass sich die Gladbach-Fans am Nachmittag in der Innenstadt versammeln und gegen Abend in einem Fanmarsch zum Stade de Suisse pilgern. Man werde den Gladbach-Fans die Route zum Stadion erklären, so Nause. «Zentral ist für uns, dass die Fangruppen von Gladbach und YB auf dem Weg ins Stadion nicht aufeinander treffen», so Nause weiter.

200 Vermummte an Fanmarsch

Das genaue Vorgehen will die Stadt noch nicht kommunizieren, da noch Abklärungen laufen. Auch bei den Borussen-Fans finden noch Diskussionen über den möglichen Fan-Umzug statt. «Es ist noch ist nicht entschieden, ob es auch in Bern einen Fanmarsch gibt. In der Bundesliga ist dies nicht üblich, bei vielen Europapokal-Auswärtsspielen hingegen schon», sagt Michael Lessenich, Mediensprecher von Borussia Mönchengladbach.

Im Oktober 2014 spielte der FC Zürich in der Europa-League gegen Gladbach. Damals strömten schon am Mittag rund 8000 Fans der «Fohlen» in die Zürcher Innenstadt. Später führten rund 200 Vermummte den Fanmarsch der ins Letzigrund-Stadion an. Unterwegs kam es trotz Grossaufgebot der Polizei vereinzelt zu kleineren Scharmützeln, die allermeisten Fans von Mönchengladbach verhielten sich aber friedlich. Die Kapo Bern stehe in engem Kontakt mit den deutschen Sicherheitsbehörden, so Nause. «Man kann kaum verhindern, dass auch Risikofans aus Deutschland anreisen», so Nause. Gründsätzlich seien die Gladbach- Fans aber nicht dafür bekannt, Sachbeschädigungen zu begehen. «Ob es heikle Szenen gibt, hängt primär von den verschiedenen Fangruppen ab», so Nause.

Gladbach-Fans im YB-Sektor?

Der CL-Knaller vom kommenden Dienstag ist als Hochrisikospiel eingestuft. YB hat den deutschen Anhängern gleich den ganzen Sektor B mit rund 5000 Plätzen zur Verfügung gestellt – das sind deutlich mehr als von der Uefa vorgeschrieben. Dies hat bei einigen Berner Anhängern für Unmut gesorgt. «Dies geschieht aus Sicherheitsgründen. Wir wollen so gut wie möglich verhindern, dass sich die Fangruppen im Stadion durchmischen», sagt YB-Sprecher Albert Staudenmann.

Ob dies trotz dem grossen Kontingent für Gladbach gelingt, bleibt offen. Zahlreiche deutsche Fans dürften sich Eintrittsbillette via Online-Ticketing erworben haben. «Es ist nicht auszuschliessen, dass sich deutsche Fans Billetts in den neutralen Sektoren gekauft haben», so Staudenmann weiter. Man habe dies versucht, mit technischen Hürden einzudämmen. Staudenmann betont, dass das Stade de Suisse grosse Erfahrung bei der Durchführung von Uefa-Spielen verfüge. «Wir freuen uns auf einen tollen Match mit internationaler Ausstrahlung.»

DerBund.ch/Newsnet

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