Stadt macht auf dem Viererfeld vorwärts

Der Gemeinderat will die Eckpunkte des Wettbewerbs bis im Herbst festlegen. Bei dessen Ausgestaltung dürfte das politische Hickhack weitergehen.

2023 soll im Viererfeld gebaut werden: Der Gemeinderat hat die Projektorganisation genehmigt.

2023 soll im Viererfeld gebaut werden: Der Gemeinderat hat die Projektorganisation genehmigt.

(Bild: Franziska Scheidegger)

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Der Berner Gemeinderat macht sich an die Detailplanung der Überbauung Viererfeld: Bis nächsten Herbst will er eine Areal- und Wohnstrategie vorlegen, die als Grundlage für den städtebaulichen Wettbewerb dienen soll. Zudem hat er einen externen Gesamtprojektleiter bestimmt, der die Arbeiten der Direktionen koordiniert. Die Öffentlichkeit darf sich am Teilprojekt Frei- und Grünraum beteiligen. Der erste Workshop zu diesem Thema findet am 20. Juni im Restaurant Mappamondo statt.

Für «ganz normale Leute»?

Trotz Mitsprache der Öffentlichkeit und Einbezug der Interessengruppen im Rahmen eines Begleitgremiums dürfte das politische Hickhack aber weitergehen. Im Zentrum werden dabei wohl die Vorgaben für den städtebaulichen Wettbewerb stehen. Letzten Oktober hat der Stadtrat eine Motion der Grünliberalen und der Rot-Grün-Mitte-Parteien (RGM) überwiesen, die unter anderem ein 2000-Watt-Areal, eine Minimierung der Wohnfläche pro Person und die Schaffung kleinerer Baufelder fordert. Letzteres soll es ermöglichen, dass auch «ganz normale Leute die Möglichkeit bekommen, als Investoren aufzutreten», wie sich GLP-Stadträtin Melanie Mettler ausgedrückt hatte.

Die Bürgerlichen witterten hinter dieser Forderung reine Klientelpolitik. «Auf einer Parzelle mit sechs Wohneinheiten können nur Leute mit genügend Eigenkapital bauen», lautete der Vorwurf von FDP-Fraktionschef Bernhard Eicher. Je kleiner eine Wohnbaugenossenschaft sei, desto wohlhabender seien die Genossenschafter. «Wenn man den gemeinnützigen Wohnungsbau fördern will, muss man auf die grossen Wohnbaugenossenschaften setzen», sagte Eicher.

Auf dem Viererfeld ist Wohnraum für mindestens 3000 Einwohnerinnen und Einwohner geplant. Die Hälfte des Wohnungsbaus soll gemeinnützig erstellt werden. Läuft alles nach Plan, «kann ab 2023 mit den Bauarbeiten gestartet werden», wie der Gemeinderat festhält. Die erste Etappe der Überbauung wäre ab 2025 bezugsbereit.

Der Bund

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