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Stadt Bern will Wohnungen in Altstadt schützen

Die rot-grüne Mehrheit im Stadtrat möchte Zweitwohnungen und Airbnb in der Berner Altstadt limitieren.

Auch in der Stadt Bern boomt der Airbnb-Trend. Der Stadtrat will nicht tatenlos zusehen, wie der Zweitwohnungsmarkt in der Altstadt wächst.
Auch in der Stadt Bern boomt der Airbnb-Trend. Der Stadtrat will nicht tatenlos zusehen, wie der Zweitwohnungsmarkt in der Altstadt wächst.
Manu Friederich

Die Zahl der Betriebe in der Stadt Bern, die temporär Wohnraum vermieten, hat sich in den letzten Jahren auf 142 verdreifacht. Laut Steuerverwaltung haben Plattformen wie Airbnb massgeblichen Anteil daran (der «Bund» berichtete).

«Ursprünglich sind Plattformen wie Airbnb ja eine gute Idee», sagte der linksgrüne Stadtrat Luzius Theiler. Leider sei diese Idee pervertiert zu einer Geschäftsform, bei der Wohnraum systematisch dem Markt entzogen werde. Theiler verlangte per Motion einen Stopp der Umwandlungen von Erst- in Zweitwohnungen.

Kampf gegen «Immobilienhaie»

Die linke Seite im Rat war dem Anliegen wohlgesinnt. «Wir möchten rasch eine griffige Formulierung zum Schutz des Wohnraums», sagte Patrik Wyss (GFL). Denn mit jedem Jahr, das tatenlos verstreiche, nehme die Zahl der Zweitwohnungen zu. Wyss regte an, Quoten von Zweitwohnungen pro Liegenschaft festzulegen. Auch für Patrizia Mordini (SP) traf die Motion «einen Nerv». Es sei «ganz klar» eine Zweckentfremdung, wenn eine Dreizimmerwohnung in der Rathausgasse als Business-Appartement für 4650 Franken pro Monat angeboten werde. Die Altstadt dürfe nicht «Immobilienhaien zum Frass vorgeworfen werden», sagte Mordini. Wenig Freude am Regulierungsdrang haben die Bürgerlichen. Alexander Feuz (SVP) befürchtete, dass eine «Wohnpolizei» die Nutzung der Wohnungen überprüfen werde.

In der Altstadt brauche es einen Mix aus Wohnen und Gewerbe, sagte Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL). Gewerbsmässige Umnutzungen von Wohnungen seien bereits heute baubewilligungspflichtig. Zudem wisse zurzeit niemand, wie viele Airbnb es in der Altstadt gebe und wie viele Wohnungen zweckentfremdet genutzt würden. Dafür müssten zuerst Zahlen ermittelt werden. Der Gemeinderat lehne die Motion ab, werde das Anliegen aber bei der Revision der Bauordnung berücksichtigen, sagte von Graffenried. Der Rat liess sich davon nicht beeindrucken. Er nahm die Motion mit 45 zu 18 Stimmen an.

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