Auf dem Gaswerkareal wird es 5-Zimmer-Wohnungen für 1100 Franken geben

Die Stadt will auf dem Gaswerkareals Wohnungen im «tiefsten Segment» bauen. Daneben gibt es Eigentumswohnungen von Investoren.

Auf dem Gaswerkareal soll ab 2021 gebaut werden.

Auf dem Gaswerkareal soll ab 2021 gebaut werden. Bild: Adrian Moser

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Die Stadt Bern ist auf dem Gaswerkareal einen Schritt weiter. Der Gemeinderat habe die Eckpfeiler definiert, was auf dem Areal geplant werden könnte, sagt Finanzdirektor Michael Aebersold (SP). «Wir sind ganz am Anfang.»

Auf dem Areal sollen Wohnungen entstehen. Im besten Fall könne man schon 2021 mit Bauen beginnen, teilt der Gemeinderat mit. Doch will die Stadt prüfen, ob sich das Areal nicht noch dichter bebauen lässt als vorgesehen. Falls ja, hätte dies eine Änderung des Verfahrensablaufs zur Folge und könnte laut Aebersold eine Verzögerung von bis zu einem Jahr verursachen. «Wir planen für Generationen, da sollte man dies in Kauf nehmen», sagt er dazu.

Gemeinnützige Trägerschaften

Folgendes ist bereits klar: Die Stadt will auf einem Viertel des Geländes günstigen Wohnraum bauen. Wie viele Wohnungen es sein werden, sei noch nicht im Detail bekannt, sagt Aebersold. Aber es sei sicher, dass im «tiefsten Segment» gebaut werde. «An der Mutachstrasse haben wir gesehen, dass das geht.» Dort gebe es Fünfeinhalbzimmerwohnungen für 1100 Franken. Diese seien eher klein und böten wenig Komfort. Sie würden durch teurere Wohnungen in der gleichen Überbauung querfinanziert. Die Hälfte des Areals soll gemeinnützigen Trägerschaften abgegeben werden. Dort verbinde die Stadt den tiefen Baurechtszins mit Auflagen, so Aebersold.

Die Trägerschaften dürfen mit den Wohnungen nur einen beschränkten Gewinn erzielen, und es gebe Belegungsvorschriften, die definieren, wie viele Personen in einer Wohnung im Minimum leben müssen. Das letzte Viertel des Geländes sollen ausgewählte Investoren zu einem marktüblichen Zins überbauen. Hier entstehen voraussichtlich teure Eigentumswohnungen. Die Investoren erhalten das Land ebenfalls im Baurecht. «Die Stadt verkauft kein Land mehr», sagt Aebersold. Mit dem marktüblichen Zins will die Stadt die günstigen Wohnungen subventionieren. Auch zur Nutzung des Areals hat sich der Gemeinderat Gedanken gemacht. Zu 80 Prozent soll gewohnt werden. Die restlichen 20 Prozent sollen vom Gewerbe genutzt werden. Insbesondere die Kreativ-Branche soll in der alten Ryff-Fabrik bleiben und ins Quartier wachsen. Der Grünbereich wird öffentlich sein.

Gaskessel testet neuen Standort

Noch ist offen, was mit dem Jugendzentrum im Gaskessel geschieht. Doch genau dies beeinflusst die Planung wesentlich. Denn das lautstarke Nachtleben der Jugendlichen verträgt sich schlecht mit den Ruhebedürfnissen von neuen Anwohnern. Laut Francisco Droguett vom Jugendzentrum haben im letzten halben Jahr vier Treffen zwischen Jugendlichen und Vertretern der Stadt stattgefunden. Gemeinsam werde geprüft, ob das Jugendzentrum auch an einem anderen Ort auf dem Areal geführt werden könne.

«Der Prozess ist aber ergebnisoffen», sagt Droguett mit Nachdruck. Die Stadt habe dem Jugendzentrum zugesichert, dass es im Gaskessel am alten Standort bleiben könne, falls keine andere gute Lösung gefunden werde. Nur deshalb hätten sich die Jugendlichen auf den Prozess eingelassen. Nächsten Sommer teste der «Chessu» einen neuen Standort – voraussichtlich unter der Monbijoubrücke – und werte dann diese Erfahrungen aus.

Auch noch offen ist, wie viel das Land kosten wird. Die Stadt nimmt ihr Vorkaufsrecht wahr, wie letztes Jahr beschlossen. Sie will die Stadtentwicklung auf dem Areal selbst planen. Dazu hat sie den Planungskredit von 450'000 auf 2,9 Millionen Franken aufgestockt und eine neue Stelle geschaffen. (Der Bund)

Erstellt: 11.09.2017, 19:57 Uhr

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