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Spitäler und Kassen wehren sich gegen fixe Vorgaben

Spitäler und Krankenversicherer wollen nicht, dass der Staat über ihr Angebot mitbestimmt.

Wer wo operiert wird, wollen sich die Spitäler und Krankenkassen nicht vom Kanton vorschreiben lassen. (Adrian Moser)
Wer wo operiert wird, wollen sich die Spitäler und Krankenkassen nicht vom Kanton vorschreiben lassen. (Adrian Moser)

Öffentliche und private Spitäler sowie verschiedene Krankenversicherer im Kanton Bern wehren sich dagegen, dass der Staat ihnen bis 2014 fixe Vorgaben zu Mengen und Leistungen macht. Sie fordern deshalb eine Regelung, die sich an der bisherigen Praxis orientiert.

Gemäss Krankenversicherungsgesetz des Bundes muss der Kanton Bern ab 2012 in der stationären Versorgung Markt- und Wettbewerbselemente berücksichtigen. Neues Abgeltungsmodell werden die sogenannten Fallpauschalen.

Bei der Umstellung auf dieses Modell wird befürchtet, dass die Spitäler die Fallmengen ausweiten und dadurch der Kanton und die Kassen immer mehr zahlen müssten.

Der Kanton Bern möchte diesem unerwünschten Effekt unter anderem damit begegnen, dass er den einzelnen Leistungserbringern konkrete Mengen- und Leistungsvorgaben macht.

Diese Mengenbeschränkungen seien in dieser absoluten Form nicht umsetzbar, betonten Vertreter einer Arbeitsgemeinschaft der Spitäler und Krankenkassen im Kanton Bern am Donnerstag vor den Medien.

Der Arbeitsgemeinschaft gehören der Verband Privatspitäler im Kanton Bern, der Verein diespitäler.be und die Krankenkassen Visana, KPT, atupri und innova an.

Wettbewerb nicht verhindern

Das vom Kanton angedachte Modell drohe den vom Bund gewünschten Wettbewerb im Keim zu ersticken und die längst fällige Strukturbereinigung zu verhindern, betonte Peter Fischer, CEO der Visana-Gruppe.

«Wir wollen nicht fixe Mengen wie in Deutschland, so dass Fälle verschoben werden müssen», betonte Beat Straubhaar vom Verein diespitäler.be.

Mit den fixen Mengenbeschränkungen würde zudem die Wahlfreiheit der Patienten eingeschränkt. Diese müssten dann dorthin, wo es noch Kontingente offen habe, sagte Jean-François Andrey, Direktor des Lindenhofspitals Bern.

Klar sei aber auch, dass die Übergangsphase zum neuen Finanzierungsmodell nicht einzig dem Wettbewerb überlassen werden könne, räumte Fischer ein. Die Arbeitsgruppe möchte stattdessen einen geordneten Übergang.

Degressives Modell

Die Spitäler und Kassen schlagen deshalb für die Übergangsfrist bis 2014 ein Modell vor, das sich an den bisherigen Planungs- und Steuerungselementen orientiert. So sei eine gewisse Mengensteuerung möglich, ohne dabei den Markt völlig auszuschalten und der Kanton behalte seine Planungshoheit.

Der Vorschlag sieht unter anderem vor, dass die Spitäler eine gewisse Menge an Fällen zugeteilt erhalten. Darüber hinaus sind sie aber frei, weitere Fälle zu behandeln, allerdings erhalten sie dafür weniger Geld.

Ähnliche Gedanken hin zu einem degressiven Modell äusserte Gesundheits- und Fürsorgedirektor Philippe Perrenoud am Donnerstag in einem Interview in der «Berner Zeitung». Offenbar stehe man da nicht mehr weit von einander weg, konstatierte Beat Straubhaar.

(SDA)

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