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Skywork ist gerettet

Das Bundesamt für Ziviluftfahrt hat Skywork eine unbefristete Betriebsbewilligung erteilt. Bereits am Mittwoch heben die Maschinen wieder ab. Unklar ist, wie Adria Airways reagieren wird.

Ab Mittwoch fliegen die Maschinen von Skywork ab Belp wieder.
Ab Mittwoch fliegen die Maschinen von Skywork ab Belp wieder.
Franziska Rothenbühler

Dienstagabend um 21.30 Uhr kam die erlösende Mitteilung. Skywork kann weiterfliegen. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat der Berner Fluggesellschaft wieder eine Betriebsbewilligung erteilt. Die Gesellschaft konnte den erforderlichen Finanzierungsnachweis gestern vorlegen. «Die Bewilligung erfolgt unbefristet», sagte Bazl-Sprecher Urs Holdegger. «Es ist positiv, dass es Skywork gelungen ist, den Finanzierungsnachweis für zwölf Monate zu erbringen.»

Skywork musste den Flugbetrieb für mehrere Tage einstellen, weil die Betriebsbewilligung der Fluggesellschaft mit dem Ende des Sommerflugplans auslief. «Es ist bedauerlich und aussergewöhnlich, dass Skywork während mehrerer Tage gegroundet war», so Holderegger. Fragen zu den von Skywork eingereichten Unterlagen beantwortete das Bundesamt nicht.

Skywork reagierte erleichtert auf den Bazl-Entscheid. «Ich danke allen Kunden, Lieferanten und Dienstleistern für ihr Verständnis und die grosse Unterstützung während der ungewissen letzten Tage», sagte Skywork-Chef Martin Inäbnit laut Mitteilung. Bereits heute will Skywork den Normalbetrieb wieder aufnehmen.

Deutsche gehen leer aus

Woher das Geld kommt, ist unklar. «In der Öffentlichkeit wird über mögliche Investoren und Konsortien diskutiert. Tatsache ist, dass Skywork Airlines (. . .) mit einem Betriebskredit ausgestattet wurde», heisst es in einem Nachtrag zur Skywork-Mitteilung.

Damit verweist Skywork auf die am Montag publik gewordenen Kaufabsichten eines Konsortiums, bestehend aus den Deutschen Firmen Zeitfracht und Nayak. Zeitfracht-Sprecher Thomas Schulz bestätigte gegenüber dem «Bund» die Übernahmeabsichten. «Jetzt werden die Bücher gründlich geprüft», sagte er. Das Konsortium wurde bereits vor kurzem aktiv, als es Air Berlin Technik übernahm und so rund 3000 Arbeitsplätze sicherte.

Laut Skywork-Mitteilung erlaubt der Betriebskredit auch, die Expansionspläne der Fluggesellschaft zu finanzieren. Skywork plant, grössere Flugzeuge zu kaufen und damit von anderen Flughäfen als Bern-Belp aus tätig zu werden. Bis jetzt ist die 50-plätzige Saab 2000 das grösste Flugzeug der Skywork-Flotte. «Die Finanzierung mittels Darlehen ist aber auch ein Vertrauensbeweis für den Businessplan 2018 von Skywork Airlines und das Management sowie die Unternehmung generell», heisst es in der Mitteilung.

Noch völlig unklar ist, wie Adria Airways auf die jüngste Entwicklung reagiert. Die slowenische Fluggesellschaft teilte am Sonntag mit, dass sie plane, zwei Flugzeuge in Bern zu stationieren. Schon ab kommenden Montag wollte Adria Airways damit die vier Skywork-Destinationen Berlin, Hamburg, München und Wien bedienen. Gleichentags will Adria auch eine Pressekonferenz abhalten, wie gestern bekannt wurde. Die Frage, ob man bei einer allfälligen Skywork-Rettung an den Plänen festhalte, liess die Fluggesellschaft aber unbeantwortet. Dass sich zwei Fluggesellschaften auf dem Flughafen Bern um eine Destination duellieren, wäre aber kein Novum. Während knapp zweier Jahre boten Skywork und BMI Regional fast gleichzeitig Flüge nach München an.

Auch Adria auf Expansionskurs Adria Airways hat im Sommer bereits die Darwin Airline von Etihad Airways gekauft. Seither bedient Adria auch den Flughafen in Lugano. Gerüchten zufolge wird Adria Airways – die in den letzten Jahren grosse Verluste schrieb – von Lufthansa mitfinanziert. Klar ist, Adria ist mit Lufthansa, Swiss, Turkish Airlines und 23 weiteren Fluggesellschaften in der sogenannten Star Alliance verbunden.

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