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Skilift Gurnigelbad steht vor dem Aus

Finden die Betreiber des Skilifts Gurnigelbad nicht bald einen Nachfolger, wird der Betrieb Ende Saison für immer eingestellt.

Bergfahrt mit dem Skilift Gurnigelbad. (adi)
Bergfahrt mit dem Skilift Gurnigelbad. (adi)

«Jetzt ist Zeit zum Aufhören», sagt Karl Krebs, 84-jährig. Er und seine Frau haben den Skilift Gurnigelbad in der Gemeinde Riggisberg drei Jahrzehnte lang geführt. «Nun ist für uns Schluss, jemand Junges soll übernehmen», so Krebs. Doch die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin ist alles andere als einfach. «Der Betrieb ist vom Finanziellen her unsicher», erklärt Krebs. Man müsse die Arbeit einfach gerne machen, reich werde man sicher nicht mit dem Lift. Und: «Als Betriebsversicherung brauchte man eigentlich einen Sponsor, der in schlechten Wintern eine Defizitgarantie übernimmt.»

Mit diesem Anliegen hat sich Krebs bereits vor gut zwei Jahren an die Gemeinden in der Region gewendet – ohne Erfolg. «Das Problem ist die Wetterabhängigkeit», sagt Krebs. Es gebe Saisons, in welchen der Lift an keinem einzigen Tag betrieben werden könne. «Im letzten Jahr hat er hingegen gut rentiert», erzählt Krebs. Rund 50 000 Franken seien umgesetzt worden.

In Bevölkerung verankert

Um zu zeigen, wie stark verankert der Lift in der Bevölkerung ist, werden derzeit Unterschriften gesammelt. 500 bis 600 Leute haben laut Krebs bereits signiert. Die Unterschriftenbögen sollen als Zeichen bald an die regionalen Gemeindeverwaltungen geschickt werden. Aus der lokalen Bevölkerung hat sich jedoch noch niemand gemeldet, der den Lift übernehmen möchte. Hingegen gebe es zwei, drei Interessenten von Auswärts, so Krebs. Wie ernst es ihnen sei, könne er aber nicht sagen. Auch was mit der Skilift Gurnigelbad AG geschehen würde, falls der Lift abgebaut werden müsste, ist noch unsicher.

Gemeinde winkt ab

«Auf der emotionalen Ebene wäre die Schliessung des Lifts zu bedauern», sagt Christine Bär (parteilos), Gemeindepräsidentin von Riggisberg. «Die meisten aus der Region haben hier gelernt, Ski zu fahren, oder haben ihren Kindern das Skifahren hier beigebracht.» Was das Ehepaar Krebs geleistet habe, sei riesig. «Doch es ist nicht die Aufgabe einer Gemeinde, ein privates Unternehmen zu retten oder zu führen», sagt Bär. Als der Antrag auf eine Defizitgarantie gestellt worden sei, hätten viele Elemente gefehlt, so zum Beispiel eine Zukunftsvision, die Nachfolgeregelung oder eine Chancen-Risiko-Analyse. In Gesprächen sei danach gefragt worden, doch hätten die Gesuchsteller nichts dergleichen eingereicht, erklärt Bär. Das mache eine allfällige Intervention der Gemeinde nicht einfacher.

Ähnlich tönt es vonseiten des Fördervereins Region Gantrisch. Bis anhin sei niemand vom Skilift Gurnigelbad an den Verein gelangt, sagt Geschäftsstellenleiter Walter Lüthi. Deshalb sei eine Beteiligung des Vereins am Lift auch nie diskutiert worden. Es käme aber sowieso «eher weniger infrage, sich in dieser Sache gross finanziell zu engagieren», erklärt Lüthi. Die Tätigkeitsfelder des Vereins lägen primär woanders. «Die Trägerschaft für den Lift müsste wenn schon eine Privatperson oder ein privates Unternehmen übernehmen», sagt Lüthi. Komme hinzu, dass das Engagement des Vereins bei einem der Skilifte in der Region ein unerwünschtes Präjudiz schaffen würde. Dennoch räumt Lüthi ein: «Selbstverständlich haben wir ein Interesse daran, dass der Lift weitergeführt werden könnte. Die Wertschöpfung in der Region ist in unserem Sinne.»

Einzelfahrt für Fr. 1.50

Über die fehlende Unterstützung ist Karl Krebs «natürlich enttäuscht», wie er sagt. «Alle beteuern, wie schade es wäre, den Lift zu verlieren. Doch wenn es darum geht, wirklich etwas dafür zu tun, ist niemand zur Stelle», meint er. Der 700 Meter lange Schlepplift sei in sehr gutem Zustand. Man habe immer in seinen Unterhalt investiert. «Es wäre jammerschade, wenn er demontiert werden müsste, das darf einfach nicht passieren», so Krebs.

Viel Zeit bleibt dem Ehepaar Krebs nicht mehr. «Bis Ende Saison, sprich Ende März, müsste die Nachfolge geregelt sein», sagt Krebs. Ansonsten würde der Lift wahrscheinlich nächsten Herbst abgebaut. Und damit würde in der Region ein Skiangebot verschwinden, bei welchem die Einzelfahrt für Kinder Fr. 1.50 kostet und die Tageskarte für Erwachsene 22 Franken.

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