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Sind die Filetstücke schon weg?

Totalliquidation im Kultur-Casino Bern: Anfang Juli beginnt die zweijährige Sanierung des Konzerthauses. Tausende Objekte stehen zum Verkauf – der Schnellere ist der Geschwindere.

Die Tage der Stühle sind gezählt: Daniel Glauser von Useagain und Bianca Thomann vom Kultur Casino Bern organisieren den Grossverkauf.
Die Tage der Stühle sind gezählt: Daniel Glauser von Useagain und Bianca Thomann vom Kultur Casino Bern organisieren den Grossverkauf.
Franziska Rothenbühler
Das Kultur Casino schliesst für Umbauarbeiten. Das Mobiliar und Material welches nicht mehr verwendet werden kann, wird durch die Firma useagain.ch aufbereitet und verkauft. Kaffeemaschine © Franziska Rothenbuehler
Das Kultur Casino schliesst für Umbauarbeiten. Das Mobiliar und Material welches nicht mehr verwendet werden kann, wird durch die Firma useagain.ch aufbereitet und verkauft. Kaffeemaschine © Franziska Rothenbuehler
Franziska Rothenbühler
und die Ménages des Restaurants Kultur Casino.
und die Ménages des Restaurants Kultur Casino.
Franziska Rothenbühler
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Wer schon immer einmal ein Restaurant eröffnen wollte: Jetzt könnte dafür der ideale Zeitpunkt sein. Das Kultur-Casino der Berner Burgergemeinde schliesst aufgrund einer Totalsanierung Anfang Juli für zwei Jahre seine Türen. Und im neuen Gastro-Konzept von Spitzenkoch Ivo Adam wird das etwas in die Jahre gekommene Inventar keinen Platz mehr haben. Auf dem eigens eingerichteten Online-Shop Useagain.ch können sich Jungunternehmerinnen und Schnäppchenjäger ab sofort durch alles klicken, was das Gastro-Herz begehrt: Weinkühlvitrine, eine komplette Waschstrasse, Barhocker, Dessertschalen, eine Salatwaschmaschine und vieles mehr. Aber beim anstehenden Umbau des Konzerthauses werden nicht nur Küchengeräte ausgesondert. Zum Verkauf steht auch die vollständige Bestuhlung des Konzertsaals, diverse Lampen, Gartenmobiliar, Teppiche und Pflanzen, ausserdem die komplette Videoüberwachungsanlage, der Notstromgenerator und ein Klavier.

Kein Fall für die Mulde

Betreiberin des Onlineshops ist die Firma Useagain. Üblicherweise beginne die Sanierung von Gebäuden beim Rückbau, sagt Daniel Glauser, Geschäftsführer von Useagain. Dabei würden oft viele gut erhaltene Einrichtungen und Möbel entsorgt. «Das ist eine unnötige Verschwendung.» Ziel sei es, gut erhaltene Secondhand-Artikel wieder in Umlauf zu bringen und so Rohstoffe und Energie zu schonen. Bevor auf dem Online-Shop nach Schnäppchen gejagt werden kann, hat Usegain zuerst alles inventarisiert, insgesamt rund 1200 verschiedene Artikel. Über 5500 davon wurden laut Glauser fotografiert und in die Datenbank «eingepflegt», wie dies im Fachjargon heisst. Ausserdem kommen rund 1000 Gegenstände, darunter viele Kunstobjekte, für zwei Jahre in ein Zwischenlager. Sie werden nach der Sanierung wieder gebraucht. Hier sei die Wiederverwendung zunächst mit den internen Akteuren geregelt worden, etwa den Architekten, dem Kultur-Casino Bern und den burgerlichen Institutionen. Da drängt sich der Verdacht auf, dass die Burger sich die Filetstücke vorab geschnappt haben könnten. Dies sei aber nicht der Fall, wie die Mediensprecherin der Burgergemeinde, Stefanie Gerber, auf Anfrage versichert. Allerdings erschien ein entsprechender Artikel über den Verkauf frühzeitig in der Publikation «Medaillon» der Burgergemeinde. Dieses wird laut Gerber aber nicht nur Burgern zugestellt, sondern in Bern breit gestreut.

Online-Shop ist eröffnet

Sechs Wochen vor der Schliessung wird das Inventar via Online-Shop öffentlich zugänglich gemacht. Dann können die Teile bestellt werden, obwohl das Casino noch in Betrieb ist. Ab dem 12. Juli können die Käufer ihre Ware während zehn Tagen abholen, bis zu 30 Mitarbeiter werden dabei behilflich sein.

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