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Sexistischer Käse

Poller-Kolumnistin Hanna Jordi hat diese Kolumne über kulinarisches Geschlechterprofiling hungrig verfasst. Vielleicht ist es ihr anzumerken.

MeinungHanna Jordi

Es ist hinlänglich bekannt, Brät ist die beste Erfindung, seit es den Fleischwolf gibt. Die samtige Textur einer Kalbsbratwurst, die barocke Speckigkeit einer Waadtländer Saucisson oder die würzige Mürbe einer Schweinsbratwurst stiften, objektiv betrachtet, Seelenheil. Man sollte meinen, dass dieser Grundsatz nicht infrage gestellt wird. Dem ist nicht so. Geht es nach einigen Zeitgenossen, ist die Nahrungsaufnahme an ein Geschlecht gebunden. Derzeit macht in den Trendschmieden der Kulinarik das «Männersandwich» die Runde. Es besteht, so die Definition, aus «zwei Scheiben Brot und richtig viel Fleisch dazwischen». Etwa die Variante des Sandwichstaplers Gianni aus Berlin: Eine aufgeschnittene italienische Rindswurst, scharf angebraten, mit Zwiebeln, etwas Gemüse und Sauce. Klingt delikat, ist aber Männern vorbehalten.

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