Sehr knappes Ja für Ursula Wyss von den Grünliberalen

Obschon GFL-Mann Alec von Graffenried der GLP «punktuell» näher steht, entscheiden sich die Grünliberalen überraschend für die Sozialdemokratin.

Ursula Wyss überzeugte mit ihrem Auftritt die Berner Grünliberalen.

Ursula Wyss überzeugte mit ihrem Auftritt die Berner Grünliberalen. Bild: Adrian Moser

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Die Grünliberalen der Stadt Bern wollen Sozialdemokratin Ursula Wyss als Stadtpräsidentin von Bern – und nicht Alec von Graffenried (GFL). Dies hat die Mitgliederversammlung am Dienstag Abend «sehr knapp» beschlossen, wie die Partei mitteilte. Den Entscheid für die Stichwahl vom 15. Januar 2017 hätten die Grünliberalen nach einer Anhörung beider Kandidierenden und anschliessender intensiver Diskussion getroffen. Dabei seien sich die Anwesenden einig darin gewesen, dass es «zwischen Ursula Wyss und Alec von Graffenried inhaltlich wenig Unterschiede» gebe und es deshalb um eine Persönlichkeitswahl gehe. Bei der Beurteilung der beiden Personen seien die Meinungen stark auseinander gegangen, heisst es in der Mitteilung der GLP.

Überzeugender Auftritt

Ausschlaggebend für den knappen Entscheid sei gewesen, dass «Wyss bei ihrem Auftritt überzeugender wirkte». Zudem habe die Partei bisher «positive Erfahrungen in der bisherigen Zusammenarbeit» mit ihr gemacht. Für von Graffenried hätten die etwas grössere Nähe zu grünliberalen Positionen und sein Potenzial als Brückenbauer zwischen den politischen Lagern gesprochen. Ein Antrag auf Stimmfreigabe wurde knapp abgelehnt. Die Entscheide fielen beide äusserst knapp. Bei der Auswahl zwischen Wyss und von Graffenried: 8 zu 6 Stimmen bei einer Enthaltung. Bei der Stimmfreigabe 7 zu 8 Stimmen.

Gleichwohl: Zwar haben sich einzelne GLP-Mitglieder im Vorfeld bereits für Wyss ausgesprochen, insbesondere wegen der Frauen-Frage. Dennoch ist der Entscheid überraschend, stand etwa in früheren Jahren auch schon eine Fusion von GFL und GLP zur Diskussion. Zudem vertritt von Graffenried zumindest stärker als Wyss den Wunsch, wie die GLP, im nächsten Jahr über eine Steuersenkung zu diskutieren. Martial Berset, GLP-Präsident, sagt auf Anfrage: Es stimme zwar, dass von Graffenried «punktuell» den GLP etwas näher stehe. Letztlich seien seine Stellungnahmen, etwa zu Steuersenkungen, zu vage. Im Gesamtbild habe Wyss mit ihrer Erfahrung mehr überzeugt. Für Berset ist damit auch klar, dass eine künftige engere Parteizusammenarbeit mit der GFL wohl bis auf weiteres «kein Thema» sei, auch wenn er, Berset, dies nicht ausschliessen wolle. (Der Bund)

Erstellt: 20.12.2016, 21:26 Uhr

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