Schützer und Nutzer im Dialog

Im Kanton Bern ist eine weitere Fundamentaldebatte zum Biber unwahrscheinlich – auch wegen dessen weiter Verbreitung.

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Marc Lettau

Im Kanton Bern hat sich die Biber­population seit 2008 mehr als verdoppelt. Bedeutet das nun, dass Bauern, deren Zuckerrüben angenagt und deren flussnahe Äcker hin und wieder geflutet werden, die Bejagung der geschützten Tiere verlangen werden? Das ist anderswo grundsätzlich leicht denkbar. Aber ausgerechnet im Kanton Bern mit seiner sehr grossen Biberpopulation ist die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Fundamentaldebatte zum Thema «Mensch versus Wildtier» unwahrscheinlich.

Erster Kanton mit Biberkonzept

Zwar gibts auch im Kanton Bern Biber, die Landwirten und Waldbesitzern in die Quere kommen. Erste Biber erfrechen sich inzwischen sogar, in vorstädtischen Gärten ihr Holzfäller­talent zu beweisen. Aber Bern ist auch der erste Kanton überhaupt, der ein Biberkonzept erstellt und später eine breit abgestützte Begleitgruppe eingesetzt hat: Das zahlt sich aus. Die Biberexperten und Bauernvertreter sitzen regelmässig am gleichen Tisch. Der Dialog ist unaufgeregt. Das ist die beste Voraussetzung für die Suche nach verträglichen Lösungen.

Das Prinzip Dialog hat sich auch in der Vergangenheit bereits bewährt. Als der Biber im Seeland gehäuft auftauchte, wurde der Ruf laut, dem Nager begegne man am besten mit der Flinte. Doch der Dialog zwischen Schützern und Nutzern führte dazu, dass bei der zuständigen Bundesbehörde bislang nie um die Bewilligung für den Abschuss eines Bibers nachgesucht werden musste. Schützer wie Nutzer kennen inzwischen den Biber so gut, dass beide Seiten wissen, dass auch mit weniger rabiaten Mitteln für ein erträgliches Zusammenleben gesorgt werden kann.

Der Bund

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