Zum Hauptinhalt springen

Schnell in den Rosengarten

Die Stadt Bern prüft verschiedene Ideen, um den Berner Touristen-Hotspot vom Bärenpark aus besser erschliessen zu können.

Kann der Berner Rosengarten besser erschlossen werden? Wer vom Bärenpark kommt, muss vorerst noch laufen.
Kann der Berner Rosengarten besser erschlossen werden? Wer vom Bärenpark kommt, muss vorerst noch laufen.
Franziska Rothenbühler

Vom Bärengraben zum Rosengarten hinauf führt ein steiler Weg. Für Gehbehinderte ist er kaum zu schaffen. Auch elektrisch angetriebene Rollstühle stossen beim gepflasterten Aargauerstalden an ihre Grenzen. Die Erschliessung des Touristen-Hotspots vonseiten der Berner Altstadt führt bereits seit Jahren zu Diskussionen.

Nun kommt Bewegung in die Sache: Die Stadt will den Rosengarten besser erschliessen. Das hat der Gemeinderat an seiner Sitzung vom Mittwoch beschlossen, wie Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) auf Anfrage bestätigt. Die Federführung für das Projekt übernimmt allerdings Ursula Wyss (SP). Ihre Direktion hat den Auftrag gefasst, Varianten «für eine bessere Erschliessung insbesondere für Menschen mit Gehbehinderungen» zu prüfen.

Wyss wollte sich noch nicht zu allfälligen Projektideen äussern. Dafür sei es noch zu früh. Wie die Stadt den Zugang zum Rosengarten behindertengerechter machen will, soll im Laufe des Jahres 2018 bekannt werden.

Bähnli-Projekt am Ende?

Klar ist aber, was der Gemeinderat lieber nicht weiterverfolgen möchte: die Bahn-Idee von Roger Fridelance. Der Ingenieur und pensionierte Seilbahnexperte ist der «Vater» des Bärenpark-Liftes, für welchen er damals viel Lob erntete. Im letzten Jahr lancierte Fridelance die Idee, den Rosengarten mit einer 25-plätzigen Panoramabahn erschliessen zu lassen (der «Bund» berichtete). Da der Aarehang geschützt ist, kommt für Fridelances Bähnli nur eine einzige Route infrage: der gepflasterte Fussweg. Ein erneut gestelltes Gesuch Fridelances für den Bau der Bahn auf dem Spazierweg lehnte der Gemeinderat in der Sitzung vom Mittwoch aber ab. Zwar unterstützte der Gemeinderat «grundsätzlich die Idee, den Rosengarten mit einer Standseilbahn besser zu erschliessen», sagt von Graffenried. Doch den Spazierweg für die Standseilbahn zu nutzen, lehne der Gemeinderat ab.

Der Entscheid des Gemeinderates könnte somit das Projekt des Rosengarten-Bähnli auf dem Spazierweg – das schon von Anfang an im Gegenwind stand – endgültig beenden. Dabei hatten Fridelance und seine Mitstreiter erst diese Woche ein Crowdfunding gestartet für eine «Machbarkeitsstudie und die Grobkostenschätzung», wie Fridelance sagt – unter anderem mit Unterstützung des Wirtschaftsamtes des Kantons Bern (Beco), Bern Tourismus und Bern City.

Entscheid nicht «tragisch»

50'000 Franken wollen die Initianten auf der Plattform «We make it» zusammenbekommen. Fridelance selbst möchte den Entscheid des Gemeinderates nicht kommentieren. Bei den städtischen Unterstützern des Projektes ist die Enttäuschung aber nicht allzu gross. «Es war klar, dass die Umsetzung der Bahnpläne viele Hindernisse überwinden müsste», sagt Sven Gubler, Direktor von Bern City. Von daher sei die Entscheidung des Gemeinderates nicht überraschend und auch nicht tragisch. Es wurde immerhin erkannt, dass Handlungsbedarf besteht.

Wichtig sei aus Sicht von Bern City denn auch, dass im Perimeter Bärenpark etwas geschehe. «Von daher begrüssen wir, wenn der Gemeinderat eine Verbindung in den Rosengarten prüft.» Dies sei nicht nur aus touristischer Sicht wünschenswert, sondern auch für die Stadtteile Matte und Marzili: «Der untere Aaregürtel muss endlich richtig an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen sein. Das ist entscheidend für die Entwicklung dieser Quartiere.»

Und Markus Lergier, Direktor von Bern Tourismus, sagt: «Für uns ist es wichtig, dass der Rosengarten im Sinne der touristischen Gäste besser erschlossen wird», so Lergier. Zum Entscheid selbst möchte sich Lergier nicht äussern. Man sei noch nicht darüber informiert worden.

Von Graffenried selber hat im letzten Jahr übrigens als damaliger Präsident von Bern Tourismus vorgeschlagen, eine offene Rolltreppe vom Bärengraben in den Rosengarten zu bauen. Ob Ursula Wyss diese Idee nun weiterverfolgen wird, konnte noch nicht in Erfahrung gebracht werden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch