Waisenhaus als Museum? – «Prüfenswerte Idee»

Gemeinderat Alexandre Schmidt bringt die Idee eines Museums im Waisenhaus ins Spiel. Der Präsident von Kunstmuseum und Klee-Zentrum, Jürg Bucher, findet die Idee «prüfenswert».

Kunst im Vordergrund, Polizei im Hintergrund – noch: Das Waisenhaus wird als Museum ins Spiel gebracht. (Archiv)

Kunst im Vordergrund, Polizei im Hintergrund – noch: Das Waisenhaus wird als Museum ins Spiel gebracht. (Archiv) Bild: Lukas Lehmann/Keystone

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Die Polizeikaserne am Waisenhausplatz in der Stadt Bern soll zu einem Standort des Kunstmuseums werden. Das fordert FDP-Gemeinderat Alexandre Schmidt. Der Kandidat für das Stadtpräsidium will den Autoverkehr vor dem Waisenhaus unter den Boden verbannen, die Mauern vor dem Gebäude entfernen, einen Park gestalten, die Polizei aus dem Waisenhaus werfen und die Kunst einziehen lassen. Das wäre ein «Quantensprung» für die obere Altstadt.

Schmidts Idee ist mit den Partnern nicht abgesprochen, ganz unplausibel scheint sie indes nicht. Der Waisenhaus-Anbau in Richtung Kunstmuseum war bereits vor einigen Jahren als mögliche Erweiterung für die Kunst im Spiel. Die Kantonspolizei sucht einen neuen Standort, um ihre Polizeiposten in der Stadt zu konzentrieren, und die Berner Museen brauchen mehr Platz.

Jürg Bucher, Präsident des Stiftungsrats von Kunstmuseum und Zentrum Paul Klee (ZPK), ist «offen für diese Idee»: «Um den Kunstplatz Bern weiterzuentwickeln und stärker zu positionieren, brauchen wir mehr Ausstellungs- und Lagerfläche.» Sowohl beim Kunstmuseum als auch beim ZPK sind zwar Sanierungen und Umnutzungen geplant. Doch das reicht nicht: «Flächenmässig liegt Bern hinter Basel und Zürich.» Die Idee von Schmidt sei «prüfenswert», wenn «der Finanzminister auch noch gleich die Finanzen» mitbringe.

Skeptisch ist derweil Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP). Ob sich das Waisenhaus als Museum eigne, sei fraglich; ebenso, ob die Polizei das Waisenhaus überhaupt verlassen werde. Für den zurücktretenden Stadtpräsidenten ist Schmidts Vorschlag daher in erster Linie eine Wahlkampfaktion. Und es ist nicht die erste: Im Vergleich zu seinen rot-grünen Konkurrenten mischt der bürgerliche Anwärter auf Tschäppäts Nachfolge den Wahlkampf tatsächlich bereits tüchtig auf. (Der Bund)

Erstellt: 14.05.2016, 09:03 Uhr

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