Schade um die verpasste Chance

Es wird keine Auferstehung der alten Markthalle geben. Schade, dass man es gar nicht erst probiert hat.

In der alten Markthalle wird eine Transa-Filiale Einzug halten. Gibt es denn nicht schon genug Outdoor-Händler in Bern?<p class='credit'>(Bild: Manu Friederich (Archiv))</p>

In der alten Markthalle wird eine Transa-Filiale Einzug halten. Gibt es denn nicht schon genug Outdoor-Händler in Bern?

(Bild: Manu Friederich (Archiv))

Mischa Stünzi

Dass es in absehbarer Zeit keine Auferstehung der alten Markthalle geben wird, hat sich spätestens dann abgezeichnet, als die Migros ihr Markthalle-2.0-Projekt diesen Frühling versenkt hat. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und nun ist sie tot. Auf Media-Markt folgt Transa. Nichts gegen den Outdoor-Händler, aber gibt es davon in Bern nicht schon genug? Decken denn zwei Transa-Filialen, Bächli-Bergsport, Stöckli, Boutiquen wie Hajk, Jack Wolfskin, Northface und Mammut und die grossen Sportfachhändler wie Intersport, Ochsner, Sport XX und Athleticum die Berner Nachfrage nach Schlafsäcken, Regenjacken, Trekking-Schuhen, Eispickeln und Gaskochern nicht schon mehr als ab?

Ein Treffpunkt – lebendig, authentisch und vielseitig – wäre dagegen eine echte Bereicherung für die Stadt, zumal an einem derart zentralen Standort wie beim Hauptbahnhof. Immerhin soll im Lebensmittel-Loeb, nur wenige Schritte von der Markthalle entfernt, eine Art Mini-Markthalle mit verschiedenen gastronomischen Angeboten entstehen. So erfreulich die Pläne des Warenhausbetreibers auch klingen, allein aus Platzgründen kann er freilich keinen adäquaten Ersatz für die alte Markthalle schaffen.

Eigentlich hätte sich die Markthalle als Raum für ein Konzept mit vielen kleinen Gastrobetrieben geeignet – einerseits wegen ihrer Grösse, andererseits weil sie trotz ihrer zentralen Lage a) nicht in einem ruhigen Wohnquartier liegt und b) nicht zu Berns absoluten Topstandorten gehört. Media-Markt hat schliesslich ganze zwei Jahre lang nach einem Nachmieter gesucht.

Unbestritten: Die Markthalle mit dem alten Konzept rentabel zu betreiben, wäre eine gewaltige Herausforderung – allein der strengen Auflagen für die Gastrounternehmen wegen. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass die alte Markthalle trotz ihrer Beliebtheit scheiterte. Die Chancen, dass es im zweiten Anlauf geklappt hätte, wären deshalb gering gewesen. Trotzdem ist es für Bern schade, dass man es gar nicht erst probiert hat.

Der Bund

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