«Safari-Mord»: Die Chronologie der Geschehnisse

Fast genau 16 Jahre ist es her, dass es im Berner Tea-Room Safari zu einem brutalen Vierfach-Mord kam. Ein Rückblick auf eine langwierige Ermittlungsgeschichte.

Juli 1998: Ermittler nehmen die Untersuchung am Vierfach-Mord an der Berner Belpstrasse auf.

Juli 1998: Ermittler nehmen die Untersuchung am Vierfach-Mord an der Berner Belpstrasse auf.

(Bild: Keystone)

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Am 27. Juli 1998, kurz nach 22.30 Uhr, stürmen drei schwer bewaffnete Unbekannte das Restaurant «Safari» an der Belpstrasse in Bern. In der darauffolgenden Schiesserei sterben der türkische Wirt sowie der Koch und der Kellner, zwei Landsleute des Wirtes. Ebenfalls getötet wird ein Schweizer, ein Mitarbeiter der Ascom, der im Nebenjob ein Spielautomatengeschäft betrieb. Die Täter fliehen durch ein Fenster in die Kapellenstrasse, wo sie von einem vierten Mann im Auto erwartet werden und fliehen können.

Einen Tag darauffindet die Polizei in einem Busch bei Schlosswil eine Reisetasche, in der unter anderem eine Kalaschnikow sowie drei Pistolen gefunden werden, die mit der Tat in Verbindung gebracht werden. In den ersten zwei Monaten nach der Tat ermittelt eine Sonderkommission mit über 30 Mitgliedern der damaligen Stadtpolizei Bern. Zu Beginn wird in alle Richtung ermittelt. Ein terroristischer Akt kann jedoch bald ausgeschlossen werden.

Mitte August 1998 bestätigt die Staatsanwaltschaft, dass auch zwei Handgranaten in Schlosswil gefunden wurden, die aus einem Einbruch in eine Waffenlager der Armee stammen.

Ende September 1998 wird die Sonderkommission bereits wieder aufgelöst. Trotz Aufrufen in der Sendung «Aktenzeichen XY» und der Befragung von über 30 Personen fand sie keine erfolgversprechende Spur. Nur noch eine kleine Gruppe von Sachbearbeitern arbeitet an dem Fall.

Im Frühling 2000 werden die Ermittlungen eingestellt. Eine Person ist zur Fahndung ausgeschrieben. «Jetzt müssen wir die Zeit arbeiten lassen», sagte der damalige Chef der Kripo der Stadtpolizei Bern.

Ende Juni 2000 wird ein Tatverdächtiger in der norddeutschen Stadt Oldenburg verhaftet. Der Mann wird ausgeliefert. Ende November wird er aber vom Tatverdacht befreit.

Im Juli 2003 ist gemäss einem Polizeisprecher noch ein Mitarbeiter mit dem Dossier betraut.

Im Juli 2013 wird publik, dass am 28. November 2012 der Tatverdächtige Mustafa Karahan aufgrund von DNA-Spuren an einer Tatwaffe in Istanbul verhaftet wurde. Karahan stand bereits nach der Tat im Zentrum des Interesses der Polizei. Der Verdächtige konnte sich aber durch Flucht in die Türkei einer Verhaftung entziehen.

Der Prozess vor dem 8. Grossen Strafgericht in Istanbul zieht sich seit letztem Herbst hin. Die in Frage gestellte Schuldfähigkeit des Angeklagten wird jedoch bestätigt. Dieser schweigt aber zu Motiven und Hintergründen der Tat. Im Juni fordert der Staatsanwalt eine lebenlange Strafe für den Angeschuldigten.

am 23. Juli wird Mustafa Karahan in Istanbul zu lebenslanger Haft verurteilt.

DerBund.ch/Newsnet

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