Rot-Grüner Tag der Entscheidung

Wer bekommt das Stadtpräsidium von Bern? Heute entscheiden die Bernerinnen und Berner, wer die Bundesstadt künftig führen wird. Ursula Wyss von der SP oder Alec von Graffenried von der Grünen Freien Liste (GFL).

Alec von Graffenried und Ursula Wyss posieren für das Stichwahl-Interview auf dem «Bund»-Gebäude in der Berner Lorraine.

Alec von Graffenried und Ursula Wyss posieren für das Stichwahl-Interview auf dem «Bund»-Gebäude in der Berner Lorraine. Bild: Adrian Moser

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Gewinnt heute Sonntag Ursula Wyss knapp vor Alec von Graffenried das Rennen um das Berner Stadtpräsidium? Diesen Eindruck könnte zumindest bekommen, wer die letzten Wochen des zweiten Wahlgangs Revue passieren lässt. Die Sozialdemokratin scheint dabei Terrain gut gemacht zu haben, nachdem sie im ersten Wahlgang sowohl bei der Stadtpräsidiumswahl wie auch bei der Gemeinderatswahl zurückgelegen war.

Ihr Unterstützungskomitee ist innerhalb kurzer Zeit ernorm gewachsen. Ihre Entourage, auffälligerweise auch viele Frauen vom Grünen Bündnis, machten bis zum Schluss einen lebhaften Mobilisierungswahlkampf und Wyss selber punktete offenbar da und dort mit einer im Vergleich zum ersten Wahlkampf neuentdeckten schalkhaften Lockerheit.

Oder doch die schweigende AVG-Mehrheit?

Oder bringt doch die schweigende Mehrheit in der Stadt Bern den grünen Bernburger in den präsidialen Erlacherhof? Wyss' Konkurrent Alec von Graffenried blieb im zweiten Wahlgang zwar keineswegs passiv und legte sich noch einmal ins Zeug insbesondere mit einer starken Plakatkampagne im öffentlichen Raum. Er blieb allerdings seinem Stil, einem Mix aus Trockenheit und Gelassenheit, treu und veränderte sein Auftreten gegenüber Öffentlichkeit und Medien nicht gross. Auch, so schien es, blieb sein Wahlkampfteam ruhiger. Aus seinem überraschenden Vorsprung im ersten Wahlgang hat er zumindest wahlkampftechnisch für die zweite Runde nicht mehr viel gemacht.

Gleichwohl stehen seine Chancen ebenso gut, gewählt zu werden, könnten doch genau jene, die sich in diesem zweiten Wahlgang nur selten zu Wort gemeldet hatten, den Ausschlag geben: Die Bernburger, die bürgerlichen Rechts- und Mittewähler, jene, die primär Wyss verhindern wollen und all jene, die sich für einmal eine Alternative zur SP gut vorstellen können. Rein rechnerisch und die Stimmen aus dem ersten Wahlgang als Basis könnte von Graffenried einen kleinen Vorteil haben, wenn er es schafft, die Stimmen von GFL, von rechts und von der gesamten Mitte zu bekommen. Doch schafft er das?

Resultat im Laufe des Nachmittags

Die Ausgangslage ist damit offen. Es dürfte knapp werden. Lange dauert es nicht mehr, bis wir es wissen.

Der «Bund» berichtet heute in regelmässigen Abständen mit einem News-Ticker über den Wahltag. Wir schauen bei den Wahllokalen vorbei, sprechen mit den grössten Fans von Wyss und von von Graffenried, hoffen die Kandidaten selbst kurz zu treffen und sind am Nachmittag im Berner Rathaus live dabei, wenn das Resultat verkündet wird. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.01.2017, 09:36 Uhr

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