Rot-Grün riskiert erneut eine Abfuhr

Wieder kommt eine Rot-Grün geprägte Abstimmung zum Wohnungsbau mit limitierten Parkplätzen vors Volk.

Auf dem Viererfeld soll bald eine Überbauung entstehen.

Auf dem Viererfeld soll bald eine Überbauung entstehen.

(Bild: Adrian Moser)

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Die Geschichte der zweiten Vorlage zur Überbauung Viererfeld glich zeitweise einem rot-grünen Wunschkonzert: Der Anteil gemeinnütziger Wohnungen wurde bereits im Herbst 2014 per Vorstoss von 30 auf 50 Prozent hochgeschraubt.

Ein «Rückkommen» der FDP auf 30 Prozent wurde am Donnerstag abgelehnt, und auch ein Kompromissantrag der Fraktion BDP/CVP für einen Anteil von 40 Prozent hatte keine Chance. Immerhin wurde ein Antrag der Jungen Alternative für eine rein genossenschaftliche Siedlung abgelehnt.

Ein ähnliches Powerplay zogen die rot-grünen Parteien bei der Parkplatzfrage durch und limitierten die Anzahl Parkplätze pro Wohnung auf maximal 0,5 Einheiten.

Mit dieser Kompromisslosigkeit beschworen die rot-grünen Parteien dieselbe unheilige Allianz herauf, die bereits die erste Vorlage im Jahr 2004 zu Fall gebracht hatte. Es sind dies einerseits Linksaussenparteien und Quartierbewohner, die für den Erhalt der grünen Wiese vor ihrer Haustür kämpfen.

Und andererseits die bürgerlichen Parteien und die Wirtschaftsverbände, denen die Ratsmehrheit nicht entgegenkommen wollte. «Beim Volk haben wir eine Chance», sagte diese Woche KMU-Präsident Thomas Balmer gegenüber dem «Bund» in Vorwegnahme der Ratsdebatte vom Donnerstag.

Er dürfte wissen, wovon er spricht. Schliesslich war er bei der Abstimmung über die erste Vorlage 2004 Präsident der FDP. Die Parteileitung war damals zwar für die Überbauung, die Basis der Partei hat aber schliesslich die Nein-Parole beschlossen.

Bereits damals haben sich die Bürgerlichen über Auflagen enerviert, die vom Stadtrat in die Vorlage eingebaut worden waren – «autofreies Wohnen» lautete das Reizwort. Dieses Mal stand unter anderem die Parkplatzzahl pro Wohnung im Fokus.

Beide Male auf der Strecke blieben die Interessen der Stadt Bern, die dringend neuen Wohnraum in Zentrumsnähe braucht. Es wäre bitter, wenn der Bau von Wohnungen für 3'000 Menschen an einem Streit um die Parkplatzzahl pro Wohnung scheitern würde.

DerBund.ch/Newsnet

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