Rekord zum Studienbeginn

An der medizinischen Fakultät in Bern werden in Zukunft schweizweit am meisten Abschlüsse in Humanmedizin abgeschlossen. Das stellt die Universität vor Herausforderungen.

Erlernen von Operationstechniken: Medizinstudenten arbeiten an einem Schweineherz.<p class='credit'>(Bild: Matthias Rietschel (AP))</p>

Erlernen von Operationstechniken: Medizinstudenten arbeiten an einem Schweineherz.

(Bild: Matthias Rietschel (AP))

Nächste Woche starten so viele neue Medizinstudierende in Bern wie noch nie. 320 Plätze stehen für Studienanfänger zur Verfügung, das sind 100 mehr als im Jahr zuvor und gut doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Ein Medizinstudium dauert sechs Jahre, bis 2024 soll sich somit die Gesamtzahl der Medizinstudierenden in Bern auf rund 2000 erhöhen. Die medizinische Fakultät in Bern wird künftig schweizweit am meisten Studienabschlüsse in Humanmedizin vorweisen.

Der Kanton und die Universität Bern kommen mit diesem Ausbau einer Forderung des Bundes nach mehr Schweizer Ärztinnen und Ärzten nach. Gemäss der Ärztestatistik der FMH stammt derzeit gut ein Drittel der berufstätigen Ärzte aus dem Ausland. Als Anschubfinanzierung stellte der Bund den Kantonen insgesamt 100 Millionen Franken zur Verfügung. Auch andere Universitäten erhöhten die Zahl der Studienplätze. Der Kanton Bern will mit dem Ausbau zusätzlich den Medizinalstandort Bern stärken, wie die Erziehungsdirektion bereits 2016 mitteilte.

Räume werden knapp

Die hohe Zahl der Medizinstudierenden stellt die Universität vor zahlreiche Herausforderungen. Studienpläne wurden angepasst und vor allem neue Räume zugemietet, wie Marcel Egger, Vizedekan der medizinischen Fakultät erläutert. Im Renferhaus beim ehemaligen Zieglerspital in Bern stehen den Studentinnen und Studenten ab nächster Woche 365 Tage im Jahr Arbeitsplätze zur Verfügung.

Weitere Räume des Gebäudes, das der Stadt Bern gehört, werden für praktische Prüfungen oder von kleineren Lerngruppen genutzt. Was noch fehle, sei ein grosser Hörsaal, bestätigt Egger Angaben der «Berner Zeitung». Als Alternative würden Vorlesungen mit Bild und Ton von einem Saal in einen zweiten übertragen, sodass sie alle Studierenden mitverfolgen könnten.

Der Mietvertrag für das Renferhaus sei befristet, so Egger. Später solle die gesamte medizinische Ausbildung beim Inselspital zusammengefasst werden. Noch ist offen, ob die dortigen Räume rechtzeitig erstellt sind, doch er sei zuversichtlich, dass Lösungen gefunden werden, so Egger.

Der Bund

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