Reitschule beklagt sich über Razzien

Die Mediengruppe der Reitschule erhebt Vorwürfe über das Verhalten der Polizisten bei den letzten Drogenrazzien in und um die Reitschule.

Die Reitschule kritisiert die Drogenrazzia der Berner Kantonspolizei im Restaurant Sous le Pont am 2. und 7. Februar.

Die Reitschule kritisiert die Drogenrazzia der Berner Kantonspolizei im Restaurant Sous le Pont am 2. und 7. Februar.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Naomi Jones

Die Reitschule ärgert sich über Drogenrazzien, die die Kantonspolizei Ende Januar und Anfang Februar durchführte. In einer Medienmitteilung erhebt sie Vorwürfe gegen die Polizisten und veröffentlicht auf dem Video-Portal Vimeo Aufnahmen der Razzia vom 26. Januar. Das Video ist mit dem 2. Februar datiert. Dann hat aber gemäss Polizeisprecher Dominik Jäggi kein Einsatz in der Reitschule stattgefunden. Das Restaurant Sous le Pont sei voll besetzt und bei laufendem Betrieb von der Polizei gestürmt worden, schreibt die Mediengruppe der Reitschule. Die Beamten hätten die Türen blockiert und seien mit Gummischrot-Gewehren bewaffnet gewesen. Auf nahe Distanz können die Waffen trotz der Munition aus Gummi tödlich sein.

Personal und Gäste seien von den Beamten zum Teil bedroht und tätlich angegangen worden. Im Video sieht man, wie ein Polizist einen jungen Mann wegstösst, der offensichtlich mit den Beamten reden will. Die Polizisten hätten auch gedroht, die WC-Türen einzuschlagen und seien auf die Lavabos geklettert, schreibt die Mediengruppe weiter. Der Betrieb des Restaurants sei durch die Razzien am 2. und 7. Februar massiv gestört worden. Trotzdem seien die Gäste ruhig geblieben.

Polizei nimmt keine Stellung zum Verhalten der Polizisten

Regina Aeberli von der Kantonspolizei Bern kann die Vorwürfe weder bestätigen noch dementieren. Die Kapo führe im Rahmen des vom Berner Gemeinderat definierten Schwerpunkts gegen den Drogenhandel immer wieder Aktionen auf der Schützenmatte durch, sagt sie. Beim letzten Polizeieinsatz seien zwei Personen ins Restaurant und in die Toilette des Restaurants geflüchtet. Die Polizisten seien ihnen gefolgt und hätten sie dort angehalten. Die Ausrüstung der Polizisten und Polizistinnen richte sich nach der Art des Einsatzes, sagt Aeberli. Die Mehrzweckwerfer, also die Gummischrot-Gewehre, seien aber nicht zum Einsatz gekommen.

Zum Verhalten der Polizisten im Restaurant und zum Vorwurf, die Polizisten hätten Personal und Gäste des Restaurants eingeschüchtert und bedroht, nimmt Aeberli nicht Stellung. Die Razzia habe in öffentlichen Räume stattgefunden. Sie sagt aber, dass Dritte versucht hätten den Polizeieinsatz zu behindern, indem sie den Polizisten auf dem Vorplatz mit einem Schlauch Wasser anspritzten.

Zwischen dem 24. Januar und dem 7. Februar fanden vier Razzien in der und um die Reitschule statt. Dabei nahm die Berner Kapo insgesamt 21 Personen fest und stellte 300 Gramm Kokain sicher.

Der Artikel wurde am 13.2.2018 leicht angepasst.

DerBund.ch/Newsnet

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt