Rega plant auf dem Inselspital eine eigene Laser-Wetterstation

Damit Helis bei schlechter Sicht leichter landen können, will die Rega auf dem Bettenhochaus eine neue Mess­station errichten.

Das Inselspital will die Heli-Landung sicherer machen.

Das Inselspital will die Heli-Landung sicherer machen.

(Bild: Valérie Chételat)

Das Wetter kann als banales Gesprächsthema ein Eisbrecher sein. Für Patientinnen und Patienten, die in Helikoptern der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega ins Spital geflogen werden, können indes präzise ­Informationen über das Wetter «lebensrettend sein», wie Christoph Schilter von Meteotest sagt. «Je mehr die Piloten über die Wetterverhältnisse an den Landeplätzen wissen, desto schneller können sie die Route wählen und das Ziel erreichen.»

Wie aus einem Baugesuch im «Anzeiger Region Bern» hervorgeht, will die Rettungsflugwacht nun auf dem ­Inselspital eine eigene Wetterstation bauen. Auf das Dach des Bettenhochhauses sollen ein zehn Meter hoher Mast und weitere Anlagen zu stehen kommen.

Bislang verlässt sich die Rega im Wesentlichen auf Wettermeldungen von Meteo Schweiz und Flughäfen sowie auf Bilder von Webcams. Die Kameras bieten einen Eindruck von der Wettersituation vor Ort, etwa wenn Nebel die Sicht erschwert. Allerdings sind die Bilder nicht immer live, Messstationen oft weit von Spitälern entfernt. Um noch präzisere Daten zu erhalten, baut die Rega im Rahmen des Projekts «Thor» eigene Messstationen. Dabei arbeitet sie mit Meteo Schweiz und der Berner Firma Meteotest zusammen. Der Hintergrund: Wetterstationen, welche die Crews in den Cockpits rund um die Uhr mit präzisen Daten versorgen, sind eine Voraussetzung für die satellitengestützte Navigation. Diese Flüge nach Instrumentenflugverfahren (IRF) ermöglichen Rettungseinsätze trotz schlechter Sicht bei Regen, Schnee oder Wolken.

Laser misst Wolkenschicht

Die erste der neuen Wetterstationen betreibt die Rega seit einigen Monaten auf dem Dach des Paraplegikerzentrums Nottwil. Als nächstes ist das Inselspital an der Reihe. Im Unterschied zu Messstationen von Meteo Schweiz stattet die Rega ihre Stationen mit einem Sensor aus, der mit einem Laserstrahl die Höhe von Wolkenschichten messen kann. Das kleine Gerät hat keinen kleinen Preis: Ein Ceilometer, der verlässliche Daten liefert, kostet rund 20'000 Franken. Weitere Messstationen will die Rega im jurassischem Bressaucourt, in Lausanne-Blécherette sowie auf den Dächern der Kantonsspitäler in Freiburg und St. ?Gallen anbringen, wie Rega-Sprecherin Ariane Lendenmann sagt.

Der Baubeginn der Wetterstation in Bern ist abhängig davon, ob es Einsprachen gibt. Die Einsprachefrist läuft bis zum 10. August. Allerdings müsste die Anlage in einigen Jahren bereits das Dach wechseln, wenn das Bettenhochhaus 2025 abgerissen wird.

Der Bund

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