Rechtsradikale überfallen besetztes Haus in Bern
Mit Schlagstöcken bewaffnete Männer haben ein besetztes Haus in Bern gestürmt. Die Besetzer vermuten einen politischen Hintergrund.
«Es ging alles sehr schnell, bloss wenige Minuten», sagt ein Bewohner des besetzten Hauses an der Matzenriedstrasse dem «Bund». Der Schock sitzt dennoch tief: Am Samstagabend, kurz vor halb zehn Uhr, wurde das Haus von einer Gruppe Männer gewaltsam gestürmt. Die Angreifer seien mit Schlagstöcken bewaffnet und mit Sturmhauben maskiert gewesen. «Sie rannten ins Haus, schlugen auf Einzelne von uns ein und warfen Mobiliar aus dem Fenster.» Das Ziel der Angreifer sei wohl gewesen, die Hausbesetzerinnen und Hausbesetzer zu vertreiben. Diese sind erst am Donnerstag in das Haus eingezogen. Die Liegenschaft gehört einer Erbengemeinschaft. Der Verkauf an die Stadt steht jedoch kurz bevor. «Wir wollen eine Stadt, die Wohnraum als Wohnraum und nicht als Kapital abwerfendes Investitionsobjekt behandelt», schrieben sie in einer Mitteilung.
Die Angreifer gehören dem Anschein nach der rechtsradikalen Szene an. Einer der Angreifer hatte gemäss den Ausführungen des Hausbesetzers einen Pullover mit der Aufschrift «Combat 18» an. Combat 18 steht für «Kampftruppe Adolf Hitler» und ist der Name einer gewalttätigen neonazistischen Gruppierung, die europaweit agiert. Die Ziffern 1 und 8 verweisen auf die Initialen von Hitler, beziehungsweise auf deren Position im Alphabet.


