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Protest am «Häftlingsbahnhof»

Aktivisten haben beim Berner Güterbahnhof einen Gefangenentransport verzögert.

Hier werden die Häftlinge auf einen Zug verladen und abgeschoben.
Hier werden die Häftlinge auf einen Zug verladen und abgeschoben.
maps.google.com

Im Rahmen der anhaltenden Proteste gegen das geplante Rückreisezentrum für abgewiesene Asylbewerber in Prêles haben Aktivisten gestern einen Gefangenentransport an der Bahnstrasse in Bern während etwa eineinhalb Stunden blockiert. Das linksalternative Infoportal Barrikade.info schaltete am Mittwoch gegen 10 Uhr eine entsprechende Meldung über die Aktion auf ­– wenig später wurde die Polizei an den Ort gerufen. Die Barrikade wurde durch die Berufsfeuerwehr geräumt, acht Personen wurden laut Angaben der Kantonspolizei widerstandslos angehalten – sie müssen mit einer Anzeige wegen Nötigung rechnen.

Die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) führt an der Bahnstrasse mehrmals pro Woche Umladungen von Häftlingen von der Strasse auf die Schiene durch, auf einen Gefängnistransport mit dem Namen «Jail-Transport-System». Solche Transporte befördern Häftlinge aller Art, einige wechseln von der Untersuchungshaft in eine Justizvollzugsanstalt, andere gehen den umgekehrten Weg. «Darunter können auch Ausschaffungshäftlinge sein», räumt Roger Schneeberger von der KKJPD ein. Die Zusammensetzung solcher Transporte sei je nach Situationsbedarf und entstehe zufällig, so Schneeberger. Einen «Ausschaffungsbahnhof», wie von den Protestierenden beschrieben», gebe es in Bern nicht.

Die Aktion richtete sich gemäss dem Communiqué der Protestierenden auf Barrikade.info auch gegen das geplante Rückführzentrum in Prêles sowie gegen sogenannte Kettenrückschiebungen (Ausweisungen in einen Drittstaat). Bereits vergangenen Mittwoch demonstrierte eine Gruppe vor dem Rathaus, am kommenden Samstag ist in Bern eine Demonstration dazu geplant.

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