Prominent verpackt

Das Schweizerische Rote Kreuz nutzt bekannte Gesichter wie Alt-Bundesrat Didier Burkhalter, um Spenden zu sammeln.

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Knapp zwei Wochen sind seit Weihnachten vergangen und viele wurden wieder vom Alltag eingeholt. Dies hindert das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) nicht daran, zum 21. Mal die Aktion «2 x Weihnachten» durchzuführen. Damit will das Hilfswerk bedürftigen Menschen im In- und Ausland ein Geschenk zukommen lassen und allen ermöglichen, nicht benötigte Geschenke weiterzugeben.

800 Freiwillige sind dieses Jahr im Einsatz, das sind weniger als in früheren Jahren. Seit 2012 setzt das SRK beim Auspacken und Sortieren der Geschenke auf Prominente. «Dies führt zu mehr Aufmerksamkeit bei den Medien», sagt SRK-Sprecher Urs Frieden. Die durchschnittlich 70'000 Pakete werde man so dieses Jahr auch wieder erreichen können. Bei den Geldspenden habe man einen stetigen Anstieg auf zuletzt 200'000 Franken erzielt.

Prominenz hilft beim Auspacken

Profitieren auch die Prominenten von ihrem Auftritt als Helfer? Neben SRK-Botschaftern wie der Eishockeylegende Mark Streit, dem Schwinger Christian Stucki und Ex-Miss-Schweiz Linda Fäh sind weitere Sportler, Filmschaffende und Politiker anwesend. Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer (SP) hilft schon seit mehreren Jahren dabei, die Geschenke auszupacken und zu sortieren. «Wichtig ist die Konzentration, damit man keine abgelaufenen Lebensmittel übersieht», sagt sie. Durch ihren Auftritt erhoffe sie sich keine mediale Aufmerksamkeit. Schliesslich sei sie nur noch bis Ende Mai im Amt. Ob das Thema Politik für sie abgeschlossen sei? Sie bleibt vage: «Ich höre als Regierungsrätin auf, sagen wir es so.»

Auch Alt-Bundesrat Didier Burkhalter (FDP) hilft zusammen mit seiner Gattin. Burkhalter findet die Kampagne «eine schöne Aktion». Sie sei eine «Kette des Glücks zwischen Menschen, die etwas geben, und solchen, die etwas brauchen.» Er begleite seine Frau Friedrun Sabine Burkhalter, die seit Februar SRK-Botschafterin ist, dieses Jahr zum ersten Mal an den Anlass. Letztes Jahr habe sie an der Sammelaktion in Neuenburg mitgeholfen. Die erfahrenen Freiwilligen seien gut organisiert, und von ihnen lerne er, wie es laufe. «Ich werde von Minute zu Minute besser», so Didier Burkhalter.

Geld statt Geschenke ins Ausland

Neu ist nicht nur die Teilnahme von Burkhalter, sondern auch die Kampagnen-Strategie des SRK. Bereits seit zehn Jahren gibt es die Möglichkeit, auch Online-Pakete zu schenken, da dies ökologischer und günstiger sei, als Güter aus der Schweiz nach Osteuropa zu transportieren. Dagegen würden neu alle Paketspenden an Bedürftige in der Schweiz verteilt.

Gefragt seien lange haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel. Bei Online-Spenden wählt man einen Geldbetrag, welcher für Lebensmittel, Medikamente oder Brennholz vor Ort eingesetzt werden soll. SRK-Sprecher Urs Frieden sagt, dass gerade Brennholz für Suppenküchen gefragt sei. Man wolle sich aber an den Bedürfnissen vor Ort orientieren und werde das Geld punktuell auch für Lebensmittel statt Brennholz einsetzen, wenn der Bedarf vor Ort grösser sei.

Neben dem SRK und der Post sind auch Coop und die SRG bei «2 x Weihnachten» involviert. In der Kritik stand eine andere Spendenaktion der SRG, «Jeder Rappen zählt», welche seit neun Jahren zur Weihnachtszeit live aus einer «Glasbox» sendet und die Zuhörerinnen und Zuhörer zum Spenden für die Glückskette aufruft. Andere Hilfswerke hatten bemängelt, dass ihnen durch die SRG-Spendenaktion mitten in der wichtigen Weihnachtszeit Spenden entgingen. Das SRK sei als grosses Hilfswerk durch diese Konkurrenz weniger betroffen, sagt SRK-Sprecher Frieden. «Ein Problem haben damit eher mittelgrosse Organisationen.» Gesammelt werden Pakete noch bis am Samstag. (Der Bund)

Erstellt: 04.01.2018, 20:33 Uhr

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