Meinen-Überbauung verzögert sich

Auf dem Meinen-Areal im Berner Mattenhofquartier tut sich etwas. Mit der geplanten Überbauung hat dies aber nichts zu tun. Das Grossprojekt verzögert sich bis mindestens 2022.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wer in diesen Tagen am Berner Meinen-Areal vorbeikommt, könnte den Eindruck bekommen, die Bauphase für das neue Quartierzentrum auf dem Industriegelände habe begonnen. Der Schein trügt jedoch. Das Meinen-Gebäude wird zurzeit eingerüstet, da aus Altersgründen die Gefahr besteht, dass Betonstücke von der Fassade herunterfallen.

Vorerst wird die Grossmetzgerei Meinen auf dem 12000 Quadratmeter grossen Areal zwischen Schwarztorstrasse und Brunnmattstrasse ihre Fleischwaren jedoch noch weiterproduzieren können. Der geplante Baubeginn eines neuen Quartierzentrums an dem attraktiven Standort verzögert sich weiterhin. Frühestmöglicher Baubeginn ist zurzeit Anfang 2022.

Laut Mark Egger von Egger Kommunikation, der die Personalvorsorgestiftung der Ärzte und Tierärzte (PAT-BVG) vertritt, die das Areal seit 2011 besitzt und gegen 100 Millionen Franken in die Überbauung investieren wird, wird die öffentliche Mitwirkung für das Projekt wohl Anfang 2019 stattfinden. Auch der «Nutzungsmix» des Areals werde sich in Hinblick auf dieses Datum konkretisieren, so Egger. Die Zusammenarbeit des Stadtplanungsamts der Stadt Bern mit der PAT-BVG laufen laut Egger «auf Hochtouren», um die Pläne zu konkretisieren.

Seit Anfang 2015 sind die Eckdaten für die Überbauung bekannt. Fünf Architekturbüros konkurrierten um den Auftrag. Das Siegerprojekt kam vom Architekurbüro GWJ Architekten und sieht für das Meinen-Areal rund 200 Wohnungen, Büros, Praxen, Läden, Cafes und einen Quartierplatz vor.

Verzögerungen durch «zu optimistischen Zeitplan»

Gemäss der ursprünglichen Planung sollte der Spatenstich für die Überbauung Anfang 2020 erfolgen. Mehrere Gründe haben laut Mark Egger jedoch zu einer erneuten Verzögerung des Riesenprojekts geführt: Ein geologisches Gutachten habe 2017 zutage gefördert, dass sich unter dem Areal zwei übereinanderliegende Grundwasserschichten befänden. Weil daher zusätzliche aufwändige Sicherungsmassnahmen nötig wären, um die Baugrube vor Überflutung zu schützen, sei das Projekt angepasst worden, so Egger.

Zudem sei der Plan einer angedachten Erweiterung des Areals im Teil Meinen Süd geplatzt. Die Landparzellen gegen Osten hätte PAT-BVG noch gerne erworben und in die Überbauung einbezogen. Mit den Grundeigentümern konnte jedoch keine Einigung gefunden werden.

Weil zudem auch die behördlichen Abläufe Zeit brauchen, zog sich die Planungsphase in die Länge. Fragen der Verkehrserschliessung oder die Anordnung der gesetzlich vorgeschriebenen Spielflächen sind nun auf gutem Wege, nennt Egger zwei Beispiele. Man sei aber optimistisch, dass die öffentliche Mitwirkung zur Überbauungsordnung Anfang 2019 durchgeführt werden könne.

«Wir rechnen damit, dass die Metzgerei Meinen in einigen Wochen aus den Räumlichkeiten ausziehen wird», sagt Egger am Dienstag auf Anfrage. Die Überbauungsordnung muss 2021 noch eine städtische Volksabstimmung bestehen, dann könnte ab 2022 gebaut werden.

Projektplanung zieht sich bereits jahrelang hin

Die Verhandlungen für eine Umnutzung des Areals ziehen sich bereits seit dem Jahr 2009 hin. Herz des neuen Quartierzentrums sollte ursprünglich ein neunstöckiger Wohnturm sein. Der sogenannte «Leuchtturm» sollte laut dem Stadtplanungsamt ein «mustergültiges Beispiel» für verdichtetes Bauen im urbanen Raum werden. Der Plan für das Hochhaus wurde wegen zu grossem Schattenwurf jedoch wieder verworfen.

Nun soll das Gebäude achtstöckig werden und eine leichte Rückversetzung der Fassade im Parterre soll mehr Platz für Fussgänger schaffen. Insgesamt sollen in der Überbauung voraussichtlich 184 grössere und kleinere Wohnungen entstehen. Ein Drittel davon soll im preisgünstigen Segment liegen.

Durch Projekte wie dieses kann die Stadt Bern wachsen

Die Bebauung des Meinen-Areals ist eines von einigen Stadtberner Projekten, die bis 2030 17.000 mehr Menschen Platz in der Bundesstadt bieten sollen. Insgesamt 8500 zusätzliche Wohnungen sollen zu diesem Zweck geschaffen werden. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.11.2018, 16:11 Uhr

Artikel zum Thema

Wo die neuen Berner wohnen sollen

8500 Wohnungen will die Stadt Bern bis 2030 bauen. 7000 sind bereits in Planung. Mehr...

Meinen-Überbauung mit Wohnturm

200 Wohnungen sollen auf dem Areal der Meinen-Metzgerei entstehen und dem Mattenhofquartier einen Entwicklungsschub bringen. Die Quartierorganisation zeigt sich aber wenig begeistert vom Siegerprojekt. Mehr...

Kein Hochhaus, aber ein hohes Haus auf dem Meinen-Areal

Investoren, Architekten und die Stadt Bern haben das Projekt auf dem Areal der Grossmetzgerei Meinen angepasst. Das Quartier freut sich auf die Aufwertung. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Immobilien

Kommentare

Blogs

Mamablog Die Diktatur der Frühaufsteher
Von Kopf bis Fuss Die Mär von der Low-Carb-Ernährung
Geldblog Schweizer Börsenstars unter Druck

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Die Welt in Bildern

Unter Pausbacken: Eine Verkäuferin bietet an ihrem Stand im spanischen Sevilla Puppen feil. (13. November 2018)
(Bild: Marcelo del Pozo ) Mehr...