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Pro Senectute und Oblatinnen erhalten 14. Berner Sozialpreis

Sie helfen freiwillig in der Schule mit oder nehmen junge Frauen in Bedrängnis auf – die Trägerinnen des Berner Sozialpreises.

Drei Generationen begegnen sich im Projekt «Win3»: Seniorinnen und Senioren schenken Schulkindern ihre Zeit und teilen ihr Wissen; während zweier bis dreier Stunden pro Woche unterstützen sie Lehrkräfte im Unterricht. Die Kinder profitieren so von der Lebenserfahrung der älteren Generation. Pro Senectute Region Bern setzt Freiwillige nicht nur an Schulen ein, sondern auch für administrative Dienste. Laut dem Pro-Senectute-Jahresbericht 2008 standen im Schulprojekt «Win3» in Stadt und Region Bern 93 Senioren in fast 5000 Schulstunden im Einsatz.

Hierfür hat Pro Senectute Region Bern – als eine von zwei Preisträgerinnen – gestern den Sozialpreis der Warlomont-Anger-Stiftung bekommen. Der Preis ist mit 10 000 Franken dotiert und wird jährlich für innovative Freiwilligenprojekte verliehen — heuer zum 14. Mal. Die Preissumme wurde hälftig aufgeteilt.

Engagement für junge Frauen

Die Schwestern Oblatinnen des Heiligen Franz von Sales gründeten 1925 die Pension Villa Maria. Ursprünglich befand sie sich an der Junkerngasse in Bern, später zog sie später an die Kapellenstrasse 9 im Monbijouquartier. Die Villa stand einst jungen, vom Lande zugezogenen Arbeiterinnen offen. Heute finden dort Frauen in Ausbildung verschiedener Herkunft und unterschiedlichen Alters ein geschütztes Zuhause. Die französischen Ordensschwestern nehmen insbesondere junge Frauen oder Mütter mit Kindern auf, die sich in einer Notsituation befinden. Auch Sozialämter, Opferhilfe, Psychiatrie oder die Polizei weisen junge Frauen in Bedrängnis an die Villa Maria. Im Angebot der StudentInnenschaft der Universität Bern (SUB) wird die Villa als «preisgünstig, behaglich und zentral gelegen» beschrieben.

Ein Lob auf die Freiwilligen

Die Jury unter dem Vorsitz von Gemeinderätin Edith Olibet (sp) hatte 15 Eingaben zu bewerten. Die Jury sei sich bewusst, sagte Berns Direktorin für Bildung, Soziales und Sport an der Preisverleihung im Erlacherhof, «dass diese 15 Eingaben nur stellvertretend für unzählige andere freiwillige Taten stehen». Das unentgeltliche und unspektakuläre «Wirken hinter den Kulissen» trage massgeblich zum Funktionieren des Sozialwesens bei. Freiwilligenarbeit ist laut Olibet «Teil der sozialen Stadt Bern und ihrer hohen Lebensqualität» und beuge der Vereinsamung vor.

Pro Senectute habe ein respektables Netz freiwilliger Helferinnen und Helfer aufgebaut und biete eine Vielzahl von Dienstleistungen an, insbesondere im Bereich Generationenbeziehungen, sagte Olibet in der Laudatio. An die Adresse der Oblatinnen sagte Olibet: «Es ist beeindruckend, wie sie Frauen ein Heim auf Zeit bieten und sie in ihrer teils sehr schwierigen Lebenssituation begleiten.» Da werde nicht nach Stunden abgerechnet, sondern menschliche Bedürfnisse stünden im Zentrum.

Erica Stalder, die bei Pro Senectute die Freiwilligenarbeit koordiniert, nahm den Preis dankend entgegen. Als jüngstes Beispiel eines Einsatzes erwähnte sie die Hilfe für ein Schulkind mit gehörlosen Eltern. Senioren helfen beim Aufbau seines Wortschatzes. Schwester Marthe-Françoise Bammert vom Oblatinnenorden sagte bei der Entgegennahme des Preises, es herrsche ein grosser Mangel an Wohnplätzen für Menschen, die Schutz und Unterstützung brauchten.

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