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Aktivisten wehren sich gegen «präventive Aktion» der Polizei

In der Nacht auf Samstag kam es auf der Schützenmatte zu einer Konfrontation zwischen Polizisten und Demonstranten. Ursache war eine polizeiliche «Präventivaktion».

In der Samstagnacht prägten eine brennende Barrikade...
In der Samstagnacht prägten eine brennende Barrikade...
Keystone
...und vermummte Aktivisten das Bild auf der Schützenmatte.
...und vermummte Aktivisten das Bild auf der Schützenmatte.
zvg
Die Demonstranten wehrten sich mit einer Spontandemo gegen «präventive Patrouillen» auf der Schützenmatte. Es kam zu einem Scharmützel.
Die Demonstranten wehrten sich mit einer Spontandemo gegen «präventive Patrouillen» auf der Schützenmatte. Es kam zu einem Scharmützel.
Indymedia.org
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In der Nacht auf Samstag machte unter dem Berner Ausgehvolk auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ein Tweet die Runde, der aufmerken liess:

Das Schild war an Absperrbändern auf der Schützenmatte bei der Reitschule angebracht. Mit «Schlägertrupps» waren aber nicht die Urheber von Schlägereien und gar einer Messerstecherei im Umfeld der Reitschule gemeint, welche letzte Woche publik geworden waren. Sondern vielmehr die zahlreich postierten Vertreter der Polizei auf dem nahen Parkplatz. Dies bestätigt die Mediengruppe der Reitschule auf Anfrage. Die Reitschulbesucher seien wegen der «möglichen Provokation» gebeten worden, sich nicht im Freien aufzuhalten.

Demonstration und Gummischrot

Wie die Polizei im Verlauf des Tages bestätigt, fand am Freitagabend ab 18 Uhr eine «präventive Aktion» auf dem Parkplatz vor der Reitschule statt. Ihr Ziel: Straftaten zu verhindern, darunter auch Gewaltdelikte und Diebstähle. Die Reitschule war im Vorfeld über die Aktion informiert worden, gibt Polizeisprecherin Corinne Müller zur Auskunft. Während der Aktion hätten sich einzelne Passanten gegenüber den Einsatzkräften durchaus positiv über deren Präsenz geäussert.

Gegen 23 Uhr formierte sich dann aber ein Demonstrationszug gegen die Beamten. Die Demonstrierenden trugen Transparente bei sich und waren teils vermummt. Darauf bestellte die Polizei Verstärkung ein und sperrte einen Teil der Schützenmatte ab. Nachdem die Demonstranten die Absperrung entgegen einer Aufforderung durchbrochen hätten, kam es zum «kurzzeitigen» Einsatz von Gummischrot, heisst es in der Mitteilung der Polizei.

Auf der linksautonomen Politplattform Indymedia kritisieren die Aktivisten den sogenannten Präventiveinsatz der Polizei: Zum wiederholten Male hätten «behelmte, vermummte und mit Gummischrotgewehren bewaffnete Cops» auf der Schützenmatte und vor der Reitschule «provoziert».

Ihr Vorwurf: Es handle sich bei der Polizeipräsenz nicht um eine präventive Massnahme, sondern um einen Vorwand, um «rassistische Kontrollen» vorzunehmen. Vertreter der Reitschule hatten in der Vergangenheit wiederholt die Razzien kritisiert, in deren Rahmen Kleindealer afrikanischer Herkunft festgenommen worden waren.

Polizei widerspricht der Dealer-Version

Dieser Darstellung widerspricht Corinne Müller, Mediensprecherin der Polizei, auf Anfrage von Redaktion Tamedia. Im Rahmen des Einsatzes seien keine Kontrollen von Dealern vorgenommen worden. Ausserdem hätten die Polizisten die Helme erst aufgesetzt, als sich der Demozug formiert habe. Vorher und nachher seien die Polizisten gut erkennbar gewesen. Nachdem sich die Aktivisten in die Reitschule zurückgezogen hatten, verteilten sich die Polizisten wieder auf dem Parkplatz, wo sie bis um 2 Uhr präsent blieben.

«Präventive Patrouillen» gehören zum polizeilichen Werkzeugkasten. Dass die Polizei auf dem Parkplatz nahe der Reitschule patrouilliert, erscheint aber neu. Kann man von einer Premiere sprechen? Dem sei nicht ganz so, korrigiert Corinne Müller. «Wir sind immer wieder auch längere Zeit präsent auf der Schützenmatte. Dauer, Anzahl und Sichtbarkeit in dieser Dimension ist aber in dieser Kombination neu.» Die Mediengruppe der Reitschule vermutet einen direkten Zusammenhang zwischen dem kürzlich veröffentlichten Sicherheitsberichtfür den Kanton Bern und dem Einsatz. Dieser Zusammenhang bestehe nicht, sagt indes Corinne Müller.

Ob die Aktion als erfolgreich beurteilt und allenfalls wiederholt wird, lässt die Polizei offen. In der Nacht auf Sonntag gingen die Auseinandersetzungen weiter. So setzten Aktivisten auf der Hodlerstrasse eine Barrikade in Brand.

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