Politiker starten Rettung des Alpinen Museums

Weil die Beiträge des Bundesamts für Kultur ab 2019 massiv tiefer ausfallen, suchen Parlamentarier wie Matthias Aebischer (SP) nach politischen Lösungen.

Modernisiertes Museum: Blick in die aktuelle Ausstellung «Wasser unser» im Alpinen Museum.

Modernisiertes Museum: Blick in die aktuelle Ausstellung «Wasser unser» im Alpinen Museum. Bild: Adrian Moser (Archiv)

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Nur noch 250'000 Franken statt gut einer Million: Um 770'000 Franken will das Bundesamt für Kultur (BAK) die Beiträge an das Alpine Museum in Bern ab 2019 streichen. Dies entspricht ein bis zwei Ausstellungen oder dem Grossteil der Löhne und Infrastruktur für ein ganzes Betriebsjahr. Für Museumsdirektor Beat Hächler ist klar: Nach einer solchen Kürzung könnte das Museum nicht weiterbetrieben werden.

Am kommenden Montag tritt der Stiftungsrat des Alpinen Museums erstmals nach dem Entscheid wieder zusammen. Dann will er planen, wie das Museum reagieren soll – etwa ob man Einsprache gegen die Verfügung des BAK erheben will. Um die nötigen Arbeiten nicht zu gefährden, will sich Stiftungsratspräsident Paul Messerli zu den angedachten Massnahmen nicht in der Zeitung äussern. Er habe sich aber über die vielen unterstützenden Reaktionen gefreut, welche das Museum seit dem BAK-Entscheid erreicht hätten, sagt er.

Option «Bundesmuseum»

Nicht nur im Stiftungsrat, auch auf Ebene der Politik ist man auf der Suche nach Lösungen. So etwa seitens des Stadtberner SP-Nationalrates Matthias Aebischer. Er ist auch Mitglied der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK). Als das BAK den Kürzungsentscheid verkündete, versprach er, sich für den Erhalt des Museums einzusetzen. Er sehe drei Möglichkeiten, das Alpine Museum zu erhalten, sagt Aebischer drei Wochen nach dem Entscheid.

Erstens könnte das Parlament den Entscheid rückgängig machen und das Alpine Museum über eine Ausnahmeregelung finanzieren. Zweitens könnten die Bergkantone die fehlenden 770'000 Franken gemeinsam aufbringen. Angesichts des Spardrucks in den Kantonen ist diese Lösung jedoch eher unwahrscheinlich. Drittens wäre es für Aebischer eine Variante, dass das Museum mit der Kulturbotschaft 2021–2024 zum Bundesmuseum wird. Damit würde das Alpine Museum denselben Status erhalten wie etwa das Landesmuseum in Zürich und zum «Schweizerischen Nationalmuseum» gemäss dem Bundesgesetz über die Museen und Sammlungen des Bundes gehören – und ab 2021 auch so finanziert werden.

Für die Zeit dazwischen würde sich eine Lösung finden lassen, ist Aebischer überzeugt. Das Alpine Museum sei 1933 vom Bund mit gegründet worden. Jetzt müsse sich dieser entscheiden, ob das Museum weiter bestehen soll oder nicht. Sage der Bund Ja zum Alpinen Museum, müsse er – gemeinsam mit Stadt oder Kanton Bern zum Beispiel – auch als Besitzer und Geldgeber auftreten.

Schweizerische Angelegenheit

Eine klare Position vom Bund respektive vom Bundesrat will auch der Bündner Ständerat Stefan Engler (CVP) erzwingen. Er ist Präsident des Patronatskomitees des Alpinen Museums. Im selben Gremium sind auch die beiden Berner Ständeräte Werner Luginbühl (BDP) und Hans Stöckli (SP). Auf Anfrage verweisen die beiden auf ihren Bündner Kollegen – denn das Alpine Museum sei keine reine Berner Angelegenheit. Das findet auch Engler: «Die Idee strahlt in die ganze Schweiz aus.» Er hofft denn auch, in der kommenden Session ein Netz aus Politikern aller Parteien und Regionen bilden zu können, um den nationalen Anspruch des Museums zu unterstreichen.

Auch will Engler das BAK im Gespräch dazu bringen, den Entscheid zu überdenken. Politisch soll der Bundesrat mit Vorstössen zu einer Stellungnahme für oder gegen das Museum gebracht werden. Auch in den Finanzkommissionen und der Budgetdebatte wolle man sich einbringen, sagt Engler. «Ich bin überzeugt, dass sich eine breite Allianz bilden wird, die es nicht zulässt, dass der Bund das Alpine Museum als Symbol für den nationalen Zusammenhalt im Alpenland Schweiz sterben lässt.» (Der Bund)

Erstellt: 10.08.2017, 06:56 Uhr

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